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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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16
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über Mahlerey und Bilkhauccarbeit inRom, TP. z. S. >Z5 u. f. Leipz. 1787. 8.

Accent.

(Redende Künste.)

Aie Modification der Stimme, wo-durch in der Rede, oder in dem Ge-sang, einige Tone sich vor andernausnehmen, und wodurch also über-haupt Abwechslung und Mannig-faltigkeit in die Stimme des Reden-den kommen. Wenn alle Sylbenmit gleicher Starke und Hohe derStimme ausgesprochen würden, sowäre wedcrAnnchmlichkeit nochDcut-lichkeit in derselbe»; sogar die Be-merkung des Unterschieds der Wor-ter würde wegfallen. Denn daß dasOhr die Rede in Wörter abtheilct,kommt blos von dem Accent her.

DieAccente sind aber von verschie-dener Gattung, und haben sowoi inder künstliche» Rede oder der Spra-che, als in der natürlichen, oderdein Gesänge, statt; wir müssen je-de Gattung besonders betrachten.

Jedes vielsylbige Wort hat auchaußer der Rede, wenn es allein aus-gesprochen wird, einen Accent, des-sen Wirkung ist, dasselbe Wort vondenen, die vor, oder nach ihm, ste-hen konnten, abzulösen und für sichzu einem Ganzen zu machen, indem«s dadurch eine Erhöhung und Ver-tiefung, einen Anfang und ein Endebekommt und also zu einem Wortewird. Dieses laßt sich fühlen, undbedarf also keiner weitem Ausfüh-rung. Diese Gattung wird dergrammatische Accent gencnnet. Erwird in jeder Sprache blos durch denGebrauch bestimmt, dessen Gründeschwerlich zu entdeken sind. DieserAccent ist eine der Ursachen, welchedie Rede wohlklingend machen, in-dem erste in Glieder abtheilt, unddiesen Gliedern selbst Mannigfaltig-keit giebt» da in verschiedenen gleich-

H S. Ganz.

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sylbigen Wörtern der Accent verschie-den gesetzt wird. So sind die vicrsyl-bigen Wörter Gerechtigkeit, Xvohhtharigkcit, Philosophisch, Philo-sophie, gleich große Glieder derRede, aber von verschiedenem Bau;indem eines den Accent auf der er-sten, ein anders auf der zweiten, ei-nes auf der dritten, und eines aufder vierten Sylbe hat.

Die nächste Gattung des Accent!?ist diejenige, welche zu deutlicher Be-zeichnung des Sinnes der Rede die-net und den Nachdruk gewisser Be-griffe bestimmt; man nennt diesesden oratorischen Accent. EinsylbigeWörter haben keinen grammatischenAccent, sie bekommen den oratori-schen, sobald sie Begriffe bezeichnen,auf welche die Aufmerksamkeit beson-ders muß geführt werden. In viel-sylbigen Wörtern wird der gramma-tische Accent durch den oratorischenverstärkt oder vcrschwächt, oder garaufgehoben und auf andre Sylbengelegt. In der Redensart: er sezrstark oder schwach, daran liegtnichts, bekommen die Wörter starkund schwach kaum einen merklichenAccent: Sagt man aber, ist er auchstark genügt oder: ist er wolschwach genügt so bekommensie durch den Accent einenNachdruk.In dem Ausdruk: was unmöglichist, wünscht kein verständigerMensch, behält das Wort unmög-lich seinen grammatischen.Accent aufder ersten Sylbe, da in diesem Aus-druk unmöglich kann meinFreund mich verlassen) der ora-torische Accent auf die zweite Sylbedes Worts unmöglich kommt. Weriin Zorn sagte unmöglich, odermöglich, es gilt gleich viel derwürde den oratorischen Accent aufden grammatischen legen und die Syl-be un verstärken. Eine besondereArt des oratorischen Accents ist derpathetische, welcher den oratorischenNoch verstärkt. Dieser macht eigent-