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können die Abdrüke von verschiedenerGüte seyu. Sowol durch das Auf-reiben der Farbe auf die Platte, alsdurch das Pressen derselben/verliehetsie nach und nach etwas von ihrerVollkommenheit. Die Stiche wer-den schwacher, die Platte nutzet sichab; zuletzt vcrliehren sich die fcincstenStriche und die stärksten werdenstumpf. Alsdenn giebt die Plattenur schlechte Abdrüke. Sie könnenaber auch gleich anfanglich, da diePlatte noch in ihrer Vollkommenheitist, durch unfleißige Besorgung desDrukcns schlecht werden.
Die besten Abdrüke müssen unterden ersten hundert oder zwcyhundert,die gemacht worden sind, ausgesuchtwerden. Diese stellen die Arbeit derKupferstecher in ihrcrVollkommenhcitdar, und das feineste in den halbenSchatten, auch überhaupt in allem,was zur vollkommenen Haltung ge-hört, ist darinn noch vorhanden. Inden folgenden Hunderten fangt diePlatte an nach und nach schlechter zuwerden, die starken Striche werdenstumpf und die fcincsten zu schwach,oder verlichren sich allmahlig. Mankann also an diesen Abdrüken wederdie ganze Schönheit eincsKuoferstichserkennen, noch von der Vollkommen-heit des Gcmahldes, nach welchem ergemacht ist, urthcilen. Je feiner undvollkommener cinGemähld in Absichtauf die Harmonie der Farben und aufdie Haltung ist, je wesentlicher ist es,daß man von dem Kupfer desselbendie besten Abdrüke habe. Die Ge-mahlde, deren Werth blos von derErfindung, Zeichnung und Anord-nung herrührt, können auch ausschwächeren oder unvollkommenenAbdrüken noch beurthcilt werden.
Ueberhanpt ist von Abdrüken zuwissen, daß gestochene Platten mehrgute Abdrüke geben, als radirte, weildie Striche in diesen niemals so tief,als in jenen sind. Eine gut gestoche-ne Platte giebt insgemein an tausend
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leidliche Abdrücke. Eine radlrte, mehroder weniger, nachdem sie bearbeitetist, stoo bis 6oo.
Die schlechtesten Abdrüke sind z die-jenigen, die von Platten gemachtsind, die schon aufgestochen worden,oder in denen man den verschmachtenStrichen wieder durch den Grabsti-chel nachgeholfen hat. Wer ein we-nig Erfahrnng in Beurtheilung derKupferstiche hat, entdekct sehr leichtdie Abdrüke, die von solchen Plattengemacht werden.
Es würde eine sehr vortheilhafteSache seyn, wenn man Platten ma-chen könnte, die viel mchr Abdrükeaushielten. Dazu aber ist kein anderMittel, als ein Metall, das fester alsKupfer ist, zu nehmen. Es wäre zuversuchen, ob nicht stählerne Platten,oder feine eiserne zu brauchen wären ").
(5) Was H. S. in Ansehung der vcr»hältnißmflßigen Anzahl der möglichen, gu-ten Abdrücke von gestochenen und vongeritzten Platten berichtet, ist zwar die ge-wöhnliche, unter Gelehrten herrschende,und in vielen Büchern befindliche Sage,wird aber von den Künstlern selbst keines-wcges bestätigt. Die Natur des Gegen-standes, die Manier des Künstlers, Unddergleichen Dinge mehr, bringen sehr man-nichfaltige Unterschiede hierin hervor.Wenn der eigentliche Kupferstecher mitdem Grabstichel nicht tief eingehen darf,entweder, weil er, wegen der Kleinheitseines Gegenstandes, feine Schraffirun-gen nahe an einander legen muß, oder,weil sein gelindes Original ihn nöthigt, sienur flach zu machen: so ward feine ganzgestochene Platte weniger gute Abdrückegeben, als eine ganz radierte, deren Ori-ginal dem Künstler erlaubt hat, seine Zügetief einzuäycn. Von den bekannten, vonH, Fiquct gestochenen Bildnissen , die auseinem großen, in einen sehr kleinen Raumgebracht, und worin alle feine Züge des
Gcmähl-
H S. Kupfcrplatte.