Druckschrift 
1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
XVII
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zu der ersten Ausgabe. xvir

über das wahrhaftig Schöne und Große schärfe; daß ich ihm eine Hoch-schähung für gute, und einen Ekel für schlechte Werke einflöße; daßich ihm nicht ganz unsichere Merkmale angebe, an denen er das Gutevon dem Schlechten unterscheiden kann. Auch ihm zu gefallen, habeich viele Kunstwörter erkläret, hier und da etwas von historischenNachrichten eingestreut, und auch bisweilen von dem Verfahren derKünstler etwas gesagt; damit er doch einigermaßen begreife, durchwelche Mittel es dem Künstler gelinget, das, was sein Genie erfundenhat, in dem Werke darzustellen.

Dieses waren also bei) Verfertigung des Werks meine Absichten.Wie weit ich sie erreichen werde, wird die Zeit lehren. Ich,selbst sehe esgar wohl ein, daß meine Arbeit nur noch ein schwacher Versuch ist, dieschönen Künste Kennern und Liebhabern in ihrem unverfälschten Glänzezu zeigen. Wer von diesem Werk eine Vollkommenheit erwartet, diemit der Länge der Zeit, die von seiner ersten Ankündigung bis ißt ver-stosten ist, in einem Verhältnis steht, der wird es sehr unter seiner Er-wartung finden. Aber es sey mir erlaubt, zu meiner Entschuldigungdieses zu sagen, daß gerade in die Zeit, in welcher ich mich mit dieserArbeit beschäfftiget habe, die unruhigsten Jahre meines Lebens, die wich-tigsten Veränderungen meiner äußerlichen Umstände, die mühsamstenAmtsverrichtungen, und noch dabei) die größten Zerstreuungen fallen;daß ich an diesem Werke ganze Jahre lang nicht nur die Arbeit unter-brechen , sondern es beynahe ganz aus dem Gesichte verlieren müssen.

Dieses könnte nun zwar einem durchaus schlechten Werke nicht zurRechtfertigung dienen; aber es entschuldiget die, einem sonst gutenWerk anklebenden UnVollkommenheiten, zumal wenn man, wie ich,wichtige Gründe gehabt hat, die Herausgabe nicht länger zu verschieben.Hätte ich dieses gethan, und hätte ich das Werk so lange zurük behal-ten sollen, bis ich damit zufrieden gewesen wäre, so würde es nie anden Tag gekommen seyn. Also mußte ich mich entschließen, es ent-weder ganz zu unterdrükcn, oder mit allen Mängeln, die es hat, Her-st 2 aus-