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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
XIII
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zu der ersten Ausgabe. xiu

Zwar liegt der Saamcn dieses Gefühls, so wie des Verstandes,in allen Gemüthern, und in einigen wenigen glücklichem Seelen keimeter auch von selbst auf, md tragt Früchte: soll er aber überall ausgehen,so muß er sorgfaltig gekartet und gepsieget werden. Zur Wartungdes Verstandes hat man überall große und kostbare Anstalten gemacht;desto mehr aber hat man d- wahre Pflege'des sittlichen Gefühles ver-säumet. Aus einem öfter? wiese Genuß des Vergnügens andemSchönen und Guten erwachst die Begierde ^-^elben; und ausdem widrigen Eindruk, den das Häßliche und Böse auf u. e macht, ent-steht der Widerwillen gegen alles, was der sittlichen Ordnung em^-.

Durch diese Begierde und diese Abneigung wird der Mensch zu derlen Würksamkeit gereizet, die unabläßig für die Beförderung des Gil-ten und Hemmung des Bösen arbeitet.

Diese heilsamen Würkungen können die schönen Künste haben,deren eigentliches Geschähst es ist, ein lebhaftes Gefühl für das Schöneund Gute, und eine starke Abneigung gegen das Häßliche und Bösezu erweken.

Aus diesem Gesichtspunkt Hab' ich bey Verfertigung des gegenwär-tigen Werks die schönen Künste angesehen; und in dieser Stellung er-kannte ich nicht nur ihre Wichtigkeit, sondern entdekte zugleich die wah-ren Gruudsätze, nach welchen der Künstler zu arbeiten hat, wenn er denZwek sicher erreichen soll. Hieraus läßt sich leicht abnehmen, nach wasfür einem Ziel ich diese 'Arbeit gelenkt habe. Zuerst Hab ich mir ange-legen seyn lasten aufdas deutlichste zu zeigen, daß die schönen Künstejene große Würkung thun können, und daß die völlige Bewürkung dermenschlichen Glückseligkeit, die durch die Culrur der mechanischen Künsteund der Wissenschaften ihren Anfang bekommen hat, von der Vollkom-menheit und der guten Anwendung der schönen Künste müsse erwartetwerden. Hernach war meine zweyte Hauptsorge, den Künstler von sei-nem hohen Beruf zu überzeugen, und ihn auf den Weg zu führen, aufwelchem er fortgehen muß, um seine Bestimmung zu erfüllen.

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