Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
752
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In dem ersten Benspiele fällt esgleich in die Augen, daß eine Ca-dcnz aus L nach ? geschähe, undeben daraus erheller deutlich, daßder Laßton des zweyeen Taktes dieStelle des Grundtones L vertrete,mithin der darüberstehende Accordder wahre oonsonirende Qnartsext-accord sey, dem die kleine Terz umso viel schiklicher beygefügt werdenkann, da sie die Septime des wah-ren Grundtones ist, wodurch dieCadcnz angekundiget wird.

In dem zweyten Beyspicl siehtman offenbar eine doppelte Cadcnz,erst eine halbe in die Dominante derTonica, die durch Wiederholung de.statiget wird, darauf eine ganze indie Tonica selbst. Also steht im Nie.verschlag des zweyten Takts der Baß-ton für sich als eine neue Tonica da,wird aber im Aufschlag wieder ver-laffcn, und vertritt da die Stelle derTonica L, darum ist dieser Quart-sextaccord consonircnd. Und hiergeht es gar nicht an, daß der Quartestatt der Sexte die Quinte beygefügtwerde, welche das Gefühl des Ac-cords L zerfroren würde. Im drit-ten Takt geschieht aufs neu ein hal-ber Schluß nach Q. Darum sindQuart und Sexte hier Vorhalte, diesich gleich in ihre Consonanzcn auf-lösen. Hier gieng es nun gar wolan, daß man statt der Sexte bey derQuarte sogleich die Quinte mitge-nommen Fette.

Dieses kann hinlänglich seyn, denwahren Q.uartscxtaccord von dem,da Quart und Sexte Vorhalte sind,zu unterscheiden Nun giebt esaber noch zwei) Accordc, da Quartund Sexte ebenfalls vorkommen,und die, obgleich diese Heyden In-tervalle darin consoniren, doch dis-sonirendc Accorde sind. Sie entste-hen aus der zweyten und drittenVerwechslung des wesentlichen Sep»timenaccords, ") und haben insge«

S. Scptimenaccord.

Qua

mein neben der Quarte, im erstenFalle die Terz, im andern die Se-cunde bey sich, welche da die eigent-lichen Dissonanzen sind. Diese Ac-corde sind also aus den Bezifferungen4 und 4 leicht zu kennen.

Eine besondere Erwähnung aberverdienet der consonirendeQuartsext«accord, der aus dem vermindertenDreyklang durch Verwechslung derBaßnote entsteht; denn darin wirddie Quarte über ihr reines Verhalt«niß vergrößert, und erscheinet wieder Tritonus, ob sie gleich seinedissonircnde Natur nicht annimmt.Folgendes Beyspicl wird dieses er»läutern:

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D)'

Hier kommt in beyden Beyspielcn die-selbe große oder übermäßige Quarteb'-ti vor; im ersten Fall ist sie derwahre Tritonus, dissonirt und mußnothwendig wie jede übermäßige Dis-sonanz in der Auflösung einen Gradüber sich treten; im andern Bey-spicl hingegen ist sie nur eine großeQuarte, die keiner Auflösung in ei-nen andern Ton bedarf.

Der Grund einer so merklich ver-schiedenen Behandlung desselben In-tervalls ist klar genug. Im erstenBeyspicl geschieht ein Schluß nach L?von derDominante 6. die die großeTerz und die wesentliche Septimebey sich hat, wie dieses bcym ganzenSchluß seyn muß. Nun ist durchVerwechslung die Septime in denBaß gekommen. Hier ist nun? dieeigentliche Dissonanz, darum trittes auch einen Grad unter sich. Der

Ton

») S. KirnbcrgerS Kunst des reinenSatzes S.s».