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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
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Kälberzähne.

(Baukunst.)

/A^o nennen einige deutsche Bau-meister die kleinen Glieder,die gewöhnlich in den zierli-chen Ordnungen den untersten Thcildes Kranzes ausmachen, und also ge-rade über dem Fries einer Reyhe et-was von einander abstehender Zähnegleichen *). Cchiklicher ist der Na-me Zahnschnitt, den Goldmann ih-nen gegeben, unter welchem Wortsie naher beschrieben werden.

Kalt.

(Schöne Künste.)

Dieses Wort wird in den schonenKünsten, bey mehrcrn Gelegenheitenin figürlichem Sinn genominen. Amgewohnlichsten bedeutet es eine ru-hige und gelassene Gemüthsfassungbey leidenschaftlichen Gegenständen.Man sagt von einem Menschen, erscy von kaltem Charakter, (er habe

S. die Figur im Artikel Gebälk, II TH.S. zu. wo diese Glieder gerade überder Linie c t stehen.

Dritter Bheil.

ein kaltes Geblüt,) wenn er bey sol-chen Gelegenheiten, da fast alle Men-schen in Leidenschaft gerathcn, ruhigund gelassen, ohne merkliche Lebhaf-tigkeit ist. Eine solche Fassung ist,so gut als die Leidenschaft selbst,ein Gegenstand der schonen Künste.Denn ob sie gleich aufErwckung leb-hafter Empfindungen, die man auchwarme Empfindungen nennt, ab-zielen, und in so fern gebrauchtwerden, dein menschlichen Gemütheeine heilsame Würksamkeit zu geben,und seine Triebfedern zu spannen:so kann doch die kalte Gemüthsfas-sung auf mancherlei) Weise der Ge-genstand, oder das Ziel der Werkedes Gcschmaks seyn. Aber alsdennmuß sie nicht eine natürliche Träg-heit und Unempfindlichkeit, sonderneine ungewöhnliche Starke der Ver-nunft zum Grund haben. Dennein unempfindlicher Mensch ist fastimmer ein armes, unbrauchbaresGeschöpf; aber der durch die Stär-ke der Vernunft bey leidenschaftli-chen Gegenständen kalt bleibendeMensch, verdienet überall unsre Auf-merksamkeit.

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