Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
749
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Q u a

Qua

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Quarte und zwey Sexten. DieseQuarte behalt hier ihreconsonirendeNatur gegen den würklichen Baß-ton; weil man hier von der Quintedieses Baßtones, nämlich 6, garnichts empfindet, da man vielmehrvon dem Accord des wahren Grund-tones L eingenommen ist, der noth-wendig die Empfindung von cl aus-schließt. Man empfindet hiebey denAccord L nur nicht in seiner beruhi-genden Vollkommenheit, weil ihmsein wahres Fundament, seine To-nica im Basse fehlet.

Nun vernimmt man beym Nieder-schlag des zweyten Taktes im Bassewieder den Ton 6, und dessen Octa-ve im Tenor. Dieses erweket dasGefühl einer halben Cadenz aus derTonica L (die man kurz vorher em-pfunden hat,) in ihre Dominante 6.Hier ist also der Baßton L als dieTonica anzusehen, in welche ein hal-ber Schluß geschieht, und das Ge-hör wird nun von dieser Tonica ein-genommen, und empfindet ciniger-maaßen seine Quinre und Terz mit.Da aber anstatt dieser Heyden In-tervalle die Sexte und die Quartewürklich vernommen werden, so müs-sen sie nothwendig dissoniren; dennnicht sie, sondern die Quinte undTerz des Grundrones sind erwartetworden. Das Eintreten dieser Hey-den Consonanzen wird hier nur ver-zögert, und dadurch, daß SextundQuart geHort werden, desto lebhaf-ter verlanget. Deswegen müssen nunnothwendig auf der zweyten Zeit desTaktes diese bcyden Vorhalte, oderDissonanzen in ihre Consonanzen, dieSexte in die Quinte, und die Quartin die Terz heruncertreten. Und nunist das Gehör befriediget, und ver-nimmt würkliclx, was es gewünschthatte, den Accotd des Dreyklangesauf dein Grundton tT Hier sindalso Quart und Sexte, die in demvorhergehenden Takte consonirten,wahre Dissonanzen, die sich auflosen

müssen. Dieses wird nun hinläng-lich seyn, die doppelte Natur derQuarte zu erklären.

Da von dem Gebrauch der con-sonirenden Quarte in dem nächstenArtikel besonders gesprochen wird:so will ich hier fortfahren, blos vonder dissonirenden Quarte zu sprechen.So oft die Quarte zum Dissonirengebraucht wird, ist sie allemal einVorhalt der Terz, deren Stelle sieeine Zeitlang einnimmt, um dasEintreten dieser Terz desto angeneh-mer zu machen. Sie muß demnach,so wie die andern Vorhalte *) aufdie gute Taktzeit eintreten, vorhergelegen haben, und ordentlicherWeise auf derselben Baßnote in ihreConsonanz, die Terz, hcruntcrtre-ten, deren Erwartung sie crwckthatte, wie an folgenden Beyspielenzu sehen ist.

Diese Quarte kann in dem vorher-gehenden Accord, durch den sie vor-bereitet wird, als ein consonircndes^oder dissonirendes Intervall vorkom-men. Deswegen ist die Art ihrerVorbereitung keiner besondern Regelunterworfen.

Aber von ihrer Auflösung ist zumerken, daß sie zwar nothwendigin die Terz, deren Stelle sie auf derguten Zeit des Takts einnimmt, her-untertreten muß. daß sie aber bis-weilen, wegen einer Verwechslungdes Grundtoncs, die im Basse vor-genommen wird, durch diese Aus-losung zur Octave wird. Aber dieseist d!)ch im Grunde nichts anders,

alS

") S. Vorhalt.