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sung, (Orcsd.) I?K6. 8. (»01» K. Thr.Kanzler) — gehören noch hiehcr: Ehrst».Dan. Fischlins deutsche Prosodia, Stuttg.s. a. 8. — Com. Ounkelbcrgs Vlcrstwflgtc Lchrbahn zur deutschen Prvsvdic,Nordhauscn 170z. g. — Versuch einerdeutschen Prvsodie von K. P. Moritz, Verl.»785. z. — S. übrigens die, bev denArt. Accenl, S. 17 u. f. Rhythmusund U>ohlklang angeführten Schrif-ten.
Provenzalische Dichter.
Sind Dichter, die im zwölften unddreizehnten Jahrhundert in der pro-venzalifchen Sprache gedichtet, auchunter dem Namen Troubadours be-kannt sind, und, wie es scheinet,nicht geringen Einfluß auf den Ge-schmak und die Ausbreitung derdeutschen Poesie in dem sogenanntenschwabischen Zeitpunkt gehabt haben.Daher verdienen sie, daß ihrer hierbesonders erwähnt werde. Fol-gender Aufsatz über diese Materieist von unserm Vodmcr, der ehe-dem diesem Thcile der poetischen Ge-schichte besondere Aufmerksamkeit ge-widmet hat,
„Die provenzalische Sprache, diein Provence und Lanzuevoc vonder lateinischen des Pöbels entstan-den, wie die italiänische in Italien,und die französische in Orleans, diealle drc>) von einander unterschiedensind, hat zuerst Scribenten gehabt,die ihr eine gewisse befestigte Gestaltgegeben, und in derselben Merke ge-schrieben haben, die in Ruf gekom-men, und die Lust ihrer Zeitgenos-sen gewesen sind. Wiewol wir dieGeschichte dieser Scribenten, die derMönch von den Inseln Hicres ge-schrieben, und die Sammlung ihrerWerke, die Hugo von Gt. Tesaribesorget hat, nicht mehr haben, sosind doch die Nachrichten noch vor-handen, die Johannes von Noftra»Same, ein Bruder des Propheten,
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aus denselben zusammengelesen hat:und es sind noch hier und da Frag-mente in ziemlicher Anzahl übrig,welche uns von der Denkungs- undDichtungsart derselben das nöthigcLicht geben. Es ist dieselbe, die imTics Sa Piftoia, im Guido Taval-cante und in den ersten Poercn Ita-liens herrschte, die ihre Poesie beyden Provenzalen geholt haben.
Sie drehet sich um die Liebe wieum ihren Pol herum: jeder hat seineDame, die ihm gebicthct, und. derer mit einer gewissenhasten Galan-terie dienet. Da waren Liebesge-nchtshöfe von Cavalieren, und vonDamen, in welchen die Gewissens-fragcn der Liebe mit der pünktlich-sten Sorgfalt untersucht wurden.Dichter hatten ihre Epopöen, dieRomanzen, in welchen die Bestän-digkeit in der Liebe, und die Herz-haftigkcit in den abenthenerlichenUnternehmungen, die Heyden Haupt-rädcr waren. Die Avemüre thatihnen die Dlenste der Musen, undder heilige Gral versah sie mit My-thologie. Es fehlte ihnen aber auchnicht an sittlichen Sprüchen undLehren, die gewiß auf gute mensch,liehe Grundsätze gebaut, und mitfeinem Witz ausgebildet sind. Esist eine solche Aehnlichkcit in demCharakter der provenzalische» undder alten schwäbischen Poesie, daßes ganz glaublich wird, zwischen denPoeten bcyder Nationen sey ein ge-nauer Umgang gewesen. Die Poe-sie und die Sprache haben mit demvierzehnten Jahrhundert abgenom-men. Die tiefere Unterwerfung derProvence unter Frankreich, das Ab-nehmen des wunderbaren Systemsvon der Ritterschaft und der damitverknüpften Galanterie, die Blütheder italiänischcn Sprache, mittelstder vortrefflichen Scribenten in der-selben — beförderten ihren Unter-gang.«
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