Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
745
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Pun

Die zu diesem Artikel gehörigen Nach-richten finden sich bev den, Art. Dichter,S. 617-

Punkt; Punktiren.

(Kupferstccherkunst.)

Oer Kupferstecher hat zwey Mittel,Zeichnung und Haltung in den Ku-pferstich zu bringen: entweder thuters durch Striche, oder durch bloßePunkte. Bisweilen bedienet er sichblos der einen, oder der andern Art;am öftersten aber vereiniget er bcydc.Was kühn und lebhaft gezeichnet,in Licht und Schatten stark gehal.ten werden soll, wird am bestendurch Striche bearbeitet; was fein,weich, und mit den sanftesten Schat-ten gleichsam nur angeflogen seynsoll, wird am leichtesten mit Punk-ten bearbeitet. Daher viel Kupfer-siecher die Gesichter, und überhauptdas Nakende, besonders wenn nurschwache Schatten darauf sind, mitbloßen Punkten bearbeiten, dasübrige aber mit Strichen undSchraffirungen. Dieses Punktircnist also eine Art Miniaturstrich.Es scheinet aber, daß die größtenKupferstecher das völlige Punktircneines Haupttheiles nicht für gut fin-den; da sie die Punkte blos als einHülfsmittel brauchen, die schwachenSchatten hier und da zu verstärken,und ihre Hauptsorgfalt auf die Stri-che wenden.

Doch hat man auch ganze Stüke,wo nicht blos das Nakende, sonderndas Ganze blos punktirt ist, wo-durch sie überhaupt sehr sanft wer-den, ob es ihnen sonst gleich nichtan Kraft fehlet. Dergleichen Stükehat man von dem französischen Ku-pferstecher I- Morin. Bekannt sindauch die blos punktirten, mit dem

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Punzen eingeschlagenen Stüke deSI. Ä.mma, unter die er selbst dieWorte opus malle! gesetzt hat, umanzuzeigen, daß die Punkte mit demHammer eingeschlagen worden.

Man hat ganz runde und auchlauglichte Punkte, so wie auch dieMiniaturmahler entweder durch blosrunde, oder länglichte Punkte ar-beiten. Cinigermaaßcn ist auchdie so genannte schwarze Kunsteine Kupferstecherey durch irregulärePunkte.

(*) lieber das Punktircn gicbt nähernUnterricht, das Werk des Abr. Posse,De I» msniere cle grsver S. 76. Ausg.vo» I7Z8. Uebcc die ganz punctirtcnBlätter s. de» Act. Rupferftechcrkuns?,S. 124 u. f. «

Punkt; PunktirteNote.

(Musik.)

I8enn ein Tonsetzer die Geltung ei-ner gewissen Art Noten, sie seyenhalbe, viertel, oder noch kleinereTheile des Takts, über ihre Dauerwill gelten lassen, so setzet er einenPunkt hinter den Kopf der Note,und dieses heißt denn eine punktirteNote. Insgemein verlängert derPunkt die Geltung der Note um ihreHalste, so daß eine halbe Taktnotemit einem Punkt einen halben undnoch einen Viertcltakt, die punktirteViertelnote ein Viertel und nochein Achtel, muß gehalten werden.Doch giebt es auch Falle, wo derwahre Vortrag dem Punkt eine nochetwas längere Geltung giebt, wieschon im Artikel Ouvertüre erinnertworden.

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