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Ken. Dieses scheinet dadurch besta.tiget zu werden, daß bcy mehrernWölkern, so wie bey den Grie-chen, die Sprache der Dichtkunstweit früher eine gewisse Vollkom.menheit erreicht hat, als die Prosa.Der Grund hicvon liegt ohne Zwei-fel darin, daß die eine ein Werk derschnellwürkenden Einbildungskraft,die andere aber ein Werk des Ver-standes ist, dessen Wartungen lang-samer und bedächclicher sind. 'Esist eb n der Fast, der zwischen densehe neu Künsten und den Wissenschaf-ten den sehr merklichen UnterschiedHervorbringt, daß jene oft sehrschnell, diese durch ein ungemeinlangsamesWachsthum zur Vostkom-menheit empor steigen-
Der Grund, welchen Hr. Sulzer vonder frühem Zinsbildung der poetischen vorder prosaischen Sprache angiebt, scheintnicht der wahre zu scyii, und dieser tie-fer, in dem Ursprünge der Sprache selbst,stillegen. Man-sehe hierüber Hcn Her-ders Abhandlung über den Ursprung derSprache, Verl. 1771. 8. —
Ausser den, bcy den Artikeln Aus-druck, Poetisch, u. d. m. angeführ-ten Schriften, gehört noch hierher eine,tn dein 2ten Bande der dtemoirr ob rlic!.irer. anst philos. 8ocier/ of chlon-ckctker, r.onci. I/Ze. 8. bestndltchc Ab-handlung : lZn rhe dlorure ancl eklen-ri-I LkorsUer ok koerr/, gz ciissin-xuikkcä trom ?rote, von v. Var-ncs. — —
P r 0 s 0 d i e.
(Oichtkunst.)
I^nter diesem Worte versteht mangegenwartig den Thcil der gramma-tischen Keimtniß einer Sprache, derdie Lange und Kürze der Sylben unddie Beschaffenheit der daraus ent-stehenden Eylbenfüße, hauptsächlichür den mechanischen Bau der Verse,
Pro
bestimmt. Vor vierzig Jahren schiendie Prosodie der deutschen Spracheeine Sache, die gar wenig Schwie-rigkeit hatte. Die Dichter schrank-ten sich auf eine kleine Zahl vonVersarten ein, die meistens nur auseiner Art Sylbenfüßcii bestunden.Von diesen selbst brauchte man nurgar wenige, denen man wcgcn cini-ger Aehnlichkcit mit den griechischenund lateinischen^ Jamben, Spon-daen, Trochäen und Daktylen, dieseNamen bcylcgtc; und ein mittel-mäßiges Gehör schien hinlänglich,diese Füße gehörig zu erkennen undzu unterscheiden. Man sah zwarwol, daß die deutsche Prosodie dieLänge der Sylben nicht immer nachden Regeln der griechischen oder la-teinischen bestimmte; aber der Un-terschied machte den Dichtern kcuieSchwierigkeiten. Seitdem man aberangefangen hat, den Hexameter undverschiedene lyrische Sylbenmaaßeder Alten in die deutsche Dichtkunsteinzuführen, entstunden Zweifel undSchwierigkeiten, an die man vor-her nicht gedacht hatte. Da ichmich über diese Materie nicht weit-läuftig einlassen kann, begnügeich mich, den Leser auf zwey vornicht ggr langer Zeit herausgekom-mene prosodischc Schriften zu ver-weisen *),
Ich gestehe, daß ich über keinenin die Dichtkunst einschlagenden Ar-tikel weniger fähig bin, etwas gründ-liches zu sagen, als über diesen.Eine einzige Anmerkung finde ichhier nöthig anzubringen. Jeder-mann weiß, daß die Prosodie derAltcni nur auf einem Grundsatz be-ruhte: nämlich, daß die Länge undKürze der Sylben, so wie noch ge-genwärtig in der Musik die Geltung
der
«>) Ocsts Versuch einer ecitischen Proso-die-Frankfurt» amMayn 176;. 8,--Ucber die deutsche Tonmcssung 176S.auf zwei) Bogen in 8. ohne Benen-nung des DrukottS.