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verbinden wissen, was diese beson-dere Vorstellungen mit gehörigerKlarheit zu erweken vermögend ist.Man liest in der Geschichte der mo-saischen Gesetzgebung, daß durchDonner und Blitz das Volk zuAnhörung des Gesetzes vorbereitetworden. So muß die Pracht dieGemüthcr zu den wichtigen Vor-stellungen, die mau bey gewissenGelegenheiten erweken will, vorbe-reiten.
Pracht ohne wahre Größe ist>, bloßes Gepräug, das sogar ins Lä-cherliche fallen kann. Auch diePracht, die mau bey mittelmäßigerGröße durch überhäuften Reichthumgleichsam erzwingen will, thut nurschlechte Würkuug. In Venedigsieht man eine Kirche, die den Na-men Saum Maria Zobemgo hat,wo an der Außenseite alles entwederSäule, oder Bilderblinde mit Sta-tuen, oder Felder mit Schnitzwerkist. Dies ist ein erzwungener Reich-thum, der blos ermüdet, und niedie Würkuug der wahren Pracht ha-ben kann.
(-!-) Von dem prächtigen Charactcr,in Gebckuden, wird in den Untersuchun-gen über den Charactcr der Gcbciude,Lcipz, IM- 8> S.ii?. gehandelt.
Praludiren; Prä-ludium.
(Musik.)
Aie Organisten pflegen in den Kir-chen, ehe der Gesang angeht, aufder Orgel zu spielen, um dadurchdie Versammlung zur Anhörung desGesanges vorzubereiten- Diesesvorläufige Spiel der Orgel wirdPräludiren, das, was man dabcyspielt, Präludium genannt. Sogeschieht es bisweilen auch beyCon-ccrtcn, daß der, welcher aufdcmClavi-cembol die Hauptbcgleitung führet,
vorher auf seinem Instrument prä-ludirt. Da mir über diese Mate-rie ein Aufsatz von einem sehr ge,schiften Virtuosen zugestellt worden,so will ich denselben hier ganz ein.rükcu.
„Das Präludircn ist hauptsäch-lich nur iu der Kirche gebräuchlich,und geschieht auf der Orgel, entwe-der vor einer Kirchenmusik, odervor einem Choral, den die Gemeindesingt. Im letzteru Falle liegt demOrganisten ob, die Melodie desChorals der Gemeinde vorzuspielen.Hat der Organist nun Zeit und Gc-schiklichkeit, so fangt er mit einemVorspiel an, worin in einem derKirche anständigen Vortrage derSinn des Liedes ausgcdrüft, unddie Gemeinde zu der Gemüthsfas.sung vorbereitet wird, worein dasLied sie setzen soll; dann hebt er aufeinem andern Ciavier mit einemdurchdringenden Anzug, die Melo-die des Liedes mir langen Noten an,und begleitet dieselbe mit Sätzenaus dem Vorspiel. Dieses erfodertnun große Einsichten und Fertigkeitiu die Versetzungen der Contrapunkte,ohne welches der Organist die Ver-bindung seines Lorspiels mit der Me-lodie des Liedes nicht bewerkstelligenkann; denn er wird entweder darauszwcy verschiedene Stüke machen, oderabgedroschene Sätze hören lassen, diesich zu jedem Vorspiele, und zu je-'dem Chorale schiken, welches unan-genehm ist.
„Man praludirt aber nicht allezeitaus diese Art, ob sie gleich die ge-wöhnlichste und die schiklichstc ist, denAusdruk zu befördern, worauf abervon den Organisten selten gesehenwird. Alle mögliche Künsteleycn,die über einen Choral zu machen sind,(nachdem man ihn bald oben, baldunten, bald in der Mitte, bald imCanon, per auAmsntstionem, oderöimiriutionem, oder all» lkretts, woalle Verse der ganzen Strophe sich