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Daß weder in der Kleidung, nochin den Nebensachen irgend etwassoll angebracht werden, wodurchdas Auge vorzüglich könnte gereiztwerden, versiebt sich von selbst.Gegen das Gesichte muß im Por-trait gar nichts aufkommen; diesesist das Einzige, das die Aufmerk-samkeit an sich ziehen muß. Hatder Mahler etwas von zufalligenZierrathen anzubringen, so muß er,mit dem Gcschmak der schlaucsicnBuhlcrin, es da anbringen, wo esden Charakter des Ganzen erhöhet.Je mehr er verhindern kann, daßdas Auge weder auf einen andernThcil der Figur, noch gar auf denhintern Grund ausschweife, und sichdort verweile, je besser wird seinPortrait seyn. Die französischenMahlcr, die insgemein sehr vielGeschiklichkcit in natürlicher Dar-stellung der Gewänder haben, thundoch eben dadurch, daß sie dieselbenentweder zu hell halten, oder einenkühnen wählerischen Wurf darin su-chen , den Portraiten Schaden.Ich gestehe, daß ich kaum ein Por-trait von dem mit Recht berühmtenRigauo gesehen, wo mir nicht seineBekleidung, so schön sie in andernAbsichten seyn mag, anstößig ge-wesen. Man ist gezwungen, ihr ei-ne» beträchtlichen Thcil der Auf-merksamkeit zu widmen.
Man empfiehlt dem Mahlcr, unddie meisten lassen es sich nur allzu-sehr angelegen seyn, den Personenin Zeichnung und Farbe etwas zuschmeicheln, das ist, bcydcs etwaszu verschönern. Wenn man damitsagen will, daß gewisse zum Cha-rakter der Physionomie wenig bcy-tragcnde, dabey eben nicht ange-nehme Kleinigkeiten, sollen übergan-gen werden, so mag der Mahler demRath immer folgen. Er kann sogarin den Verhältnissen der Theile bis-weilen etwas verbessern, einige Theilenäher an einander, andre etwas aus
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einander bringen; wenn nur dadurchder wahre Geist der Physionomie,worauf hier alles ankommt, nichtverletzt wird.
Das Colorit muß überhaupt denTon und die Farbe der Natur ha-ben, sireng oder lieblich, cinfärbigoder mannichfaltig seyn, wie es sichim Urbild zeiget. Dieses hindertaber den Mahler nicht, kleine Feh-ler desselben zu verbessern, und Har-monie zu beobachten, wo sie in derNatur etwas vernachläßigct wor-den ist. Etwas muß das Helle im-mer übertrieben seyn. Denn die Zeitstimmt insgemein die hellen Farbenetwas herunter, und dann hängenauch die Ponraitc meistentheils so,daß kein Ucberfluß von Licht dar-auf fällt.
Der Holländer Ten-Rate giebt*)den Rath, die Person etwas entferntsikcn zu lassen, damit verschiedeneKleinigkeiten in Zeichnung und Far-be, die nicht zur schönen Natur ge-hören , dem Auge des Mahlcrs ent-gehen. Der Rath könnte gut seyn,wenn nicht eben so viel zum Schö-nen gehörige Kleinigkeiten dadurchebenfalls unsichtbar würden: dienicht zum Schönen gehörigen Klei«nigkeiten, in deren genauer Darstel-lung ein Denver und Se^bolO eingroßes Verdienst suchten, kann ohne-dem ein Mahler von Geschmak leichtvermeiden.
Man hat oft eine nicht unwichti-ge Frage über die Portraitmahlcrepaufgeworfen, ob man die Personenin Handlung, oder in Ruhe mahlensoll? Gar viel Liebhaber rächen zumersten, und schätzen die sogenanntenhistorischen Portraite am meisten.Allein es läßt sich dagegen dieser er«hcbliche Einwurf machen, daß dieRuhe das Ganze des Charakters al-lemal besser sehen läßt. Denn bcy
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H In der Vorrede der lleberMugRichardsonS.