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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
713
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sondern ans jeden besonder« Gegen-stand. Sie zerstreuen das Gemüth,und nehmen den Privatmann, nichtnur aus den nationalen, sondernselbst aus den bürgerlichen undwirrhfthaftlichen Empfindungen undGesehäfficn heraus. Und dieses istschon genug, die Republiken da-von abzuschreken, wicwol eben des-wegen der Monarch sie empfehlenmag.

Aber Schauspiele, die in demHaupttone der griechischen für frcyeStaaten verfasset find, in welchendie großen Angelegenheiten der Staa-ten behandelt werden, die Erhal-tung oder der Untergang des Staa-tes, der populäre Geist, das Auf-nehmen oder Verderben der Eitlen,die Landcsgcsetze solche Schau-spiele werden immer in den heuti-gen Republiken die Dienste thun,die sie in deu alten gerhan haben.Es wäre unglüklich, wenn man essich daran mangeln ließe, weil dietheatralische Vorstellung allzukosi-bare Znrüstnngen erfordert, und zuviel Zerstreuungen verursachet- Las-set uns die lebhafte Vorstellung, dievom Schauen entstehet, bcyfcite se-tzen; immer wird das Drama nochganz brauchbar bleiben, Patriotis-me, Naturrcchte, Staatsbcgrisse,populäre Empfindungen, einzuprä-gen, wenn man sich gleich einschrän-ket, für den stillen Leser zu schreiben,der in einer Erholuugsstunde an demPulte sitzet; wenn man gleich dieLeser selbst entbehret, welche für denErnst der öffentlichen Geschaffte, derStaarsforgen, zu bequem oder zuflüchtig sind.

Wenn bei) der lebendigen Vorstel-lung auf der Schaubühne die Wür-kunz der Schauspiele nicht sehr ge-schwächt werden muß, so brauchtes eine außerordentliche Kunst, zuverhüten, daß die Tauschung nichtunterbrochen werde. Wie leichtwird sie durch die ungcschikttn Dc-

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corationen verdorben, besonders inunfern Theatern, die gegen die grie-chischen und römischen nicht viel bes-ser als Ouaksalberbühncn sind!Wie viel Arbeit hat nicht die Phan-tasie , wen? der Betrug nicht durchdas ungricchische und unrömischeGewand, durch die Miene derSchauspieler, die man allzuvertrautkennt,, durch die gemahltcn Scenen,die Leuchter, den Vorhang, dieBenhelser, die Ocillabes der Schö-nen, die lauten Einfalle der Laune,oder der Cabale, aufgelöst werdensoll! Da . die Einbildung im Cabi?nct nicht so von allen Seiten über-fallen wird, so kann sie sich mitganzer Kraft in die Stellung berPer-sonen hineindenken, ihre Miene undGestalt sich bilden, und so kann sieöfters ergänzen, was die Schau-bühne voraus hat.

Ein Drama, das keinen Anspruchauf die Schaubühne macht, hat denwichtigen Vortheil, daß es sich umden guten Ton und die Laune derLogen und des Parterre nicht be-kümmern darf. Der Poet darf alledie kleinen Kunstgriffe verwerfen,welche nothwcndig sind, diejenigeneinzunehmen, die nur durch leicht-sinnige Leidenschaften, durch fchwind-lichten Unsinn, durch akstntheuer-liche Begegnisse, sich einnehmen las-sen. Er hat Episoden, zu sich geris-sene Personen, Vcrwiklungen, ge-zwungene Zusammenkünfte, nichtschlechterdings nöthig; er darf war-ten , bis sie ungesucht aus der Ge-schichte hervorsallen.

Dieses Drama darf sich nicht mitAngst an die Einheit des Ortes undder Zeit binden, weil hier nicht soviel Dinge zusammenkommen, dieden Betrug der Sinnen aufhalten.Die Phantasie hat in der Einsamkeitweniger Mühe, sich aus einemZimmer ins andre zu begeben, sichvom Morgen zum Abend, vomheutigen Tage zum folgen!^» zu ver-

Ay; setzen.