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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
712
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kung thun würden, als wenn mawsie blos historisch vorstellte. Answescin Grunde schien mir diese Gat-tung auch hier einen besonder» Arti-kel zu crfodern. Diesen würde ichauch ausgearbeitet haben, wenn nichtein mir unbekannter Kenner darinzuvorgekommen wäre. Dieser hatmir vor einigen Monaten einen be-sonder» Aufsatz über diese Materiezugeschikt, den ich hier, weil er mirdie ganze Sache in ihr eigentlichesLicht 'cheint gesetzt zu haben, ganzcmrükcn werde.

Es trifft sich gerade zu der Zeit,da dieser Aufsatz der Presse soll über-geben werden, daß mir ein neuesDrama, gerade wie Henault es wün-schet : GchvcmVerlichingcn, in dieHand kommt, dessen Verfasser, durchdie That selbst, zeiget, daß er daspolnische Drama einer genauen Be-arbeitung würdzg halt. Vermnth-lich wird diese neue Erscheinung, diebey allen ihren Fehlern viel vortreff-liches hat» da sie von einem unbe-kannten Verfasser kommt, gegen denwol noch Niemand eingenommen ist,eine nähere Beleuchtung der ganzenArtveranlassen. Hier ist der vorhererwähnte Aufsatz.

Die Griechen haben ihr Theaterfür das Werkzeug gebraucht, dasVolk in den Empfindungen von deinWcrthe populärer Grundsatze undRechte zu unterhalten. In Staaten,wo die Gemeinen so großen Anthcilan der Regierung nahmen, warnichtsbequemer zu diesem Ende. Da dieRechte des Staats die Rechte desVolks waren, so crfodertc die ge-sunde Politik , daß es dieselben sichin dem lebhaftesten Lichte vorstel-lcte, und sein ganzes Herz dainit cr-wärmcte.

Auf dem Theater der Staaten» inwelchen dieWohlfahrt und das ganzeSchilfa! der Nation Einem oder

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Wenigen überlassen ist, wo die Mit-tel das Volk glüklich zu machenStaatsgeheimnisse sind, die in demCabinettc verschlossen bleiben, schienes nicht allein überflüßig, sonderngefährlich, und dem unbedungcncnGehorsam zuwider, daß dcn Gemei-nen Neigung zu Rcgierungsgcschaff-ten eingepflanzt, oder ihnen hoheGedanken von populären Vorzügeneingeprager würden. Darum habendie Genien, die für solche Schau-bühnen schrieben, die Nationalabsich-ten und Gesichtspunkte verlassen,und sich mit persönlichen Angelegen-heiten abgegeben.

Wo sollen wir in unfern Zeitenunter den frcyestcn Staaten denje-nigen suchen, der das republikani-sche Naturell der griechischen habe;der seine Landesrechte mit dem Ernsteund dem Eifer zu Herzen nehme,welche wir bey dcn Alten bemerken?In größern Republiken findet manein Schauspiel von Nationalabsich-ten , von Staatsbcdürfnissen undöffentlichen Geschafften, wo nichtmit Gefahr für die Regierung be-gleitet, doch schwerfällig und nichtunterhaltend; in kleiner» und be-dürftigen hat man billig Beden-ken, Schaubühnen zu eröffnen, diemit der Sparsamkeit, mit der Ein-falt der Sitten, und der Arbeit-samkeit, die hier nothwenbigc Tu-genden sind, sehr schlecht zusammen-stimmen.

Man hat gesagt, 'einige Staatenvon populärer Rcgicrungsart, ha-ben die Schaubühne der Franzosenverworfen, weil sie die Liebe zurMonarchie einpflanze. Ich sehe vondieser Seite keine Gefahr. Diefranzösischen Stüke fallen gemei-niglich auf persönliche Leidenschaftender Protagonisten, und nicht aufallgemeine des Monarchen oder derMonarchie. Sic heften die Auf-merksamkeit nicht auf dcn Staat,