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setzen. Hier ist nichts, was ihrentgegen arbeite. Der Dialog darfnicht so durchschnitten seyn, damiter lebhaft werde: er mag sich zurrechten Zeit ausbreiten, weil der Le-ser ruhiger, und seinen Gedankenüberlassen ist.
Die Leser, die man diesem Dra-ma wünscht, sind populäre, patrio-tische Personen, in deren Eemu-thern die Privattriebe durch die öf-fentlichen nicdcrgedrukt sind. DerPoet hat dann aber nothig, dieSpringfedern der Menschlichkeit,die Triebräder des gesellschaftlichenLebens spielen zu lassen- Die Spring-fcdcrn, die in jedes absonderlichenMenschen Herzen liegen, die auffeint besondere Person würkcn, ha-ben hier nur zufällig, und in derandern Hand statt.
In den Stäken, die für dasTheater gewidmet sind, in welchender Poet seine Personen mit demParterre und Logen empfinden unddenken laßt,, bekommt der Zuschereben daher das Recht, über dasWerk zu urtheilen. Das politischeSchauspiel ist allein dem Unheil de-rer unterworfen, die sich aus dem. Staat und seinen Verhältnissen mitden Rechtem der Nation, und denMitteln die allgemeine Glükseligkcitzu befordern, eine Angelegenheit desHerzens und des Versrandes ma-chen. Andern ist es eine fremdeProvinz, in welche sie kein Rechthaben, einzufallen.
Die Protagonisten in einem Dra-ma, welches so große Angclegcnhci-ten umfasset, wie die Nationalin-tcressen sind, müssen nothwcndigstarke Seelen scyen, die sich gegenallgemeine Vorurtheilc, gegen Ucbel,die unter hohem Schutze stehen, mitdem Muthc der heroischen Zeitenbewaffnen. Es sindArssridcs, Epa-minondas, Timolcon, Gracchus,
P o s
die man in unfern Tagen für Stoi-ker und Fanatiker halt. Es brauchtschon etwas von stoischer Seele da-zu , den Fanatisme dieser Männerzu begreifen. Diese Begriffe sindfür das Parterre Chimären. Indiesem muß man nur Epikurcr su-chen. Die Erfahrung hat gezeigt,daß von den Tragödien dieser Art,die man sich erkühnt hat, auf denSchauplatz zu bringen, kaum einewegen der Staatsinteresse etwaslebhaft gerührt hat; die Rührungentstand durch irgend eine absonder-liehe Person, welche der Poet ge-wußt hat, liebenswürdig oder ver-haßt zu machen.
In einigen von Vsltairens Trauer-spielen hat ein allgemeines InteressePlatz; der Hauptton hat etwasgrößers, etwas andringenders, alsman in Racinens und selbst in Cor-neillensStükcn findet. Der Stand-punkt im Mahomcd ist eine Umkeh-rung, die siel) in den Staaten undden Religionen der Morgenländerzuträgt. In dem Chinesischen Wei-sen ist der Hauptpunkt der Unter-gang des ältesten Reiches. In demgeretteten Rom ist der Standpunktselbst die Wohlfahrt einer Republik.Aber alle diese großen Gesichtspunktsind für den gewohnlichen Menschenso entfernte Dinge, daß sie nichtstarken Eindruk auf ihn machen.Einer von den französischen Men-schen hat es gerade zugestanden:„Was für großen Anthcil, sagt er,soll ich an der Rettung Roms neh-men? einer Republik? wie weit her,wie unbekannt ist das! Mein Herzkennt nur die Personen in den Staa-ten. Die Staaten sind ihm nichts."Erinnern wir diesen Menschen, daßer das Vaterland ins Auge fassenmüsse, so sagt er uns, das Vater-land sey nur ein schöner Name, undes ist viel, wenn er uns eingesteht,daß dieser Name nicht ohne allenEindruk sey.