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Tief aufathmcn, doch lispeltStammelnde Freude mit auf!Die Schmerzen wollt ich fingen *). —Durch gehörige Versetzungen, undEinschaltung der von dein. Dichterübergangenen Vcrbindungs - und Be-ziehungswörter, könnte man dieserecht pindarische Strophen in einegute, gar üichts poetisches an sichhabende Rede verwandeln.
Dieses sind die einfachestcn, abernicht die leichtesten Schritte zur poe-tischen Sprache. Man findet bcyden erhabensten Odendichtern, alsbeyPindar und Klopstok, nicht/cltendergleichen Strophen, und doch liestman sie mit Entzükung, blos weildie Stellung und Verbindung derWörter ihnen einen hohen poetischenTon geben.
Andremale wird die Sprache durchEinmischung besonders ausgesuchter,sehr starker, oder sehr mahlcrischcr,oder auch blos mehr als gewöhnlicheVeranstaltung anzeigender Wörterpoetisch. Horaz führet folgendeStelle des lSnuina an:
— ? altczu2m üilcorllisLelli /erra/ol pailcz porrszgue?e-
in welcher die mit andrer Schrift gc-druktcn Wörter eine merkliche Be-strebung des Dichters, sich starkauszudrüken, anzeigen. Zum Bey-spcl des Mahlerischen kann Folgen-des dienen, das auch der Prosopo-pöie ungeachtet noch poetisch wäre.Von des schimmernden Sees Traubcn-
gcstaden her,
Oder, stehest du schon wieder zum Him-mel auf?
Komm in röthcndcm StraleAuf dem Flügel der Abendlust.Komm und lchr< mein Lied jugendlich
heiter seyn,
Süße Freude, wie du! gleich dem be-scftrca
5) Klopstoks Ode an Cidli.
Lelm. I. 4.
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Schnellen Jauchzen des Jünglings,Sanft, der fühlenden Fanny gleich *).
In diese Classe des Poetischen rechnenwir auch das blos Veranstaltete, daman gemeinen Wörtern und Namendurch Umschreibung, oder Beywö»tcr, einen von der gemeinen Rede ab-gehenden Charakter gicbt. Serviussagt: ^mant poetae rem unius ser-monis circumlocutionibus ciicere,ut, prol'roja öicunt urdem 'Crojse:pro kutliroto, nrcem Lutkroti:llc pro Dimaro Virzzilius konternl'imari.
Zuletzt nimmt die poetische Spra-che die lebhaftesten und leidenschaft-lichsten Figuren, die kraftigsten undkühncstcn Tropen, und die unge-wöhnlichsten Wendungen der Spra-che zu Hülfe. Der Ausdruk mußjede Sache, die die Einbildungskraftdes Dichters gerührt hat, vergrößernoder verkleinern. Der Raum desHimmels wird itzt zum Vcaai, OerLVeltcn, die Erde zum Tropfen amiLpmer, und das Vergnügen fühlen-de Herz vergeht in fi-ntzurkung **).Leblose Dinge bekommen Leben undHandlung, und die reinesten Vorstel-lungen des Verstandes werden inkörperliche Gegenstande verwandelt.Dadurch geschieht es, daß alle Ge-danken in blos sinnliches Gefühlverwandelt werden.
An dieser poetischen Sprache er-kennet man den wahren Dichter, undes scheinet daß schon Horaz darindas Wesen der Dichtkunst gesetzthabet); und die Ncuern erkenne«eben deswegen eine prosaische Poe-sie, und eine poetische Prose. »Die-ser Thcil der Dichtkunst.(die Poesiedes Stils,) sagt ein scharssinnigerKunstrichter, .ist der wichtigste undzugleich der schwerste. Die Bilder
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») Klopstoks Ode an den Zürichers«.
55) S. Klopstoks Ode, die Frühlings»fcyer.
js) Lerm. I. 4. 40.Li.