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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
710
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7io . Poe

zu erfinden, welche das, was mansagen will, schön mahlen; den ei-gentlichen Ausdruk zu treffen, derdem Gedanken ein suhlbares Wesengiet'l.- dieses (nicht der Reim) istdie Kunst, wozu ein göttliches Feuernöthig ist. Ein mittelmäßiger Kopfkann durch langes und genauesNachdenken einen regelmäßigen Planmachen, und seinen Personen an-standige Sitten geben: aber nur der,Welcher zur Kunst gcbohren ist, kannst.nen Vers durch Dichtung undBäder beleben *)."

Es ist zwar das allgemeine Geniealle: Menschen, daß sie Gedankenund Begriffelt, um sie recht zu fas-sen , ein körperliches Wesen geben,und»! sofern sind wir alle, nur denabstrakten Philosophen ausgenom-men, Poeten. Aber nicht jeder hatGenie, Lebhaftigkeit und Reichthumder Phantasie, Richtigkeit des Ge-fühls genug, seine Gedanken mitsolchen Körpern zu bekleiden, die siezugleich in der genauesten Achnlich-kcir oder Wahrheit, und größtenKlarheit und Lebhaftigkeit vorstellen.Dieses ist den vorzüglichen Gemen,die dann eigentlich Dichter gcncnnetwerden, vorbehalten.

Der Vollkommenheit der poetischenSprache ist es zuzuschreiben, baßGedanken, die wir selbst tausend-mal auch schon gedacht haben, unsso inniglich ergötzen, wenn wir se-hen, wie neu und wie vollkommenisic dex Dichter eingekleidet hat;wenn wir neue und unerwartete,doch höchst richtige Aehnlichkeitcnzwischen dem Geistigen und dem Kör-perlichen wahrnehmen, die nur derfeincste Scharfsinn cntdeken, und derberedteste Mund ausdrüken konnte.Die poetische Sprache ist es also,die uns in den Gedichten am meistenreizt.

Aber wir müssen nicht vergessen,anzumerken, Haß das Poetische der

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^ Po-

Sprache nur das Kleid der Gedan.ken sey, dessen nur die Gedanken,die in; ihrer nakcnden Gestalt nichtgenug ästhetische Kraft hätten, be-dürfen; daß die Vorstellungen, dieohne diesen poetischen Schmuk Leb-haftigkeit genug haben, auch ohnePoesie der Sprache poetisch sind;daß insonderheit die Sprache einesinnigst.gerührten Herzens, der ge-radeste einfacheste Ausdruk starkerEmpfindungen, diesen Schmuk ver-schmähen. Wo schöne Gesinnungen,starke Empfindungen, oder auchwahre Machtsprüche der gemeinenVernunft stehen, bewegen sie fürsich selbst, auch in dem ciiifachestcnAusdruk, hinlänglich. ' Darum ästeine blumenreiche, oder sonst poeti,sehe Sprache bey Acußerung der Em-pfindungen oft sehr nachtheilig, undallemal unnatürlich. Und wo manan sich große Gegenstände zu beschrei-ben hat, da darf man nur auf guteAnordnung und richtige Zeichnung se-hen; das Feine des Colorits thutwenig dabey.

-Ä- ^

Von dem Poetischen, oder der Poe-tischen Sprache, handeln besonders:L. Racine in dem zten Kap. der ketlex.tue Is poetle, Ocuvr. ?. z. S. 8> U.f.pi,-. 1747. iz. Battcux in seiner Ein-leitung S.20U der d. Uebcrs. qteAufl.>Marmvntel, im 4tcn und;ten Kap. desersten Thcils seiner?oec. Ci-snc. S. 94 U. s.pur. 176z.Z. Ncwbcry in s. ^>c okpoerrz- on snervploa, I^onll. 1762. 8.Bd. i. Kap. 6. S.41. Hr. Engel imItcn Hanprst. seiner Anfangsgründe einerTheorie der Oichtnngsartc». S. übri-gens den Art. Ausdruck S. >8?.

Politisches Trauerspiel.

ARir wollen unter diesem Namenvon einem Drama von besondererArt sprechen, das nicht eigentlichfür die Schaubühne gemacht ist,