Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
703
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Man hat Ursache sich zu wundern,daß die neuern römischen Dichter dengroßen Reichthum jeder Art der co-nüschcn Schönheiten, der im Plau-tus liegt, sich so wenig zu Nutze ge-macht haben. Ich kenne außer demAristophanes keinen Dichter, der dievim oomicsm nach allen ihren Wen-dungen so sehr in seiner Gewalt ge-habt, als dieser.

Dabei) dürfen wir aber seine Feh-ler nicht verschweigen. Nicht ohneUnwillen stehet man, daß er sich bis-weilen bis zum Possenreißer erniedri-get, der sich die unanständigsten Din-ge erlaubt, und die Schaubühne alseinen Ort ansieht,

vidi lexos, joci, rilus, viaum.edrie»»8 clecenr H.

Sogar mitten im Ernst, und wo esvbllig widersprechend ist, treibt erbisweilen den Narren. Ich will nurein einziges Beyspiel davon anführen.Ein junger Mensch sucht ein Mad-chen, das er liebet, von dem Skla-venhändler, dem sie gehört, loszu«ch dteuävl. krolox.

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kaufen. Dieser war mit einigenSklavinnen, darunter jenes Mad-chen war, zu Schiffe gegangen, hatteSchiffbruch erlitten;, und das Mäd-chen hatte sich gerettet, und sich ineinen an der Küste liegenden Tempelder Venus, als in eine sichere Frey-stadt begeben. Hier will der Scla«vcnhandler sie mit Gewalt vonder Etatue der Göttin wcgrcißcir.Der Knecht des verliebten Jüng-lings kömmt dazu, erstaunet überdie Gottlosigkeit des Sklavenhänd-lers u. s. w. Er sucht eine seinemHerrn so wichtige Person zu retten,und wendet sich deshalb an einennahe am Tempel wohnenden Alten,den er um Hülfe und Beystand an-ruft. Die Situation ist hier völligernsthaft; besonders aber ist derAlte, dessen Hülfe hier dem Knechtnöthig war, eine wichtige Person,die er nothwendig in sein Interesseziehen muß. Und nun man be-greift nicht, wie so etwas Unsinnigesdem Plautus hat einfallen könnenmischt dieser Bube in die Rede, wo-durch er den Alten zu seinem Beystandruft, die ärgsten Possen und niedrig-sten Spöttercycn gegen den Altenselbst, den er gewinnen will.

I'c oro er gusclo, tl sperss ribilioc sono mulcum lururumtirxe sc

Izseixicium,

^rgue sb lixxirulline ulgue slccir»uc lir ribi.

In diesem abgeschmakten Ton fahrter, als ein leibhafter deutscher Hans-wurst, eine ganze Weile fort, eheecseinen Antrag würklich eröffnet.

Uebcrhaupk' sind des Plautus Co-mödicn bey allen Schönheiten vollFlcken , womit sein comischer Muth-willen sie bespritzt, und die er abzu-wischen sich nicht die geringste Muhegegeben hat; vcrmuthlich, weil ersie zur Belustigung des Pöbels brau-chen konnte. Da seine Etüke ins-gemein griechischen Inhalts sind, er