Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
701
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Denn schon zn des Varro Zeiten wa-ren, wie wir aus dem A. Gelliussehen, in der Piautinisch.n Samni-lnng so viel schlechte Stükc, daßdieser scharfsinnige Kunsirichter da-von nur ein und zwanzig, die er füracht hielt, auszeichnete. Diese wur-den die Varronischen gencnnt, undsind vermuthlich, wenigstens größ-teatheils, die, welche wir noch itzthaben. Dieser Dichter hat sich sehrlang aus der Schaubühne erhalten;denn die Frau Darier ziehet aus .ei-ner Stelle dcsArnobins den Schluß,daß seine Stükc noch unter dem Kai-ser Diocletian, und also bcynahezooJahre nach des Dichters Tode, ge-spielt worden.

Seine meisten Stükc sind freyeUe-bcrsetzungen, oder Nachahmungengriechischer Stükc, deren Verfasser erinsgemein in den Prologen nennt»).Wenn man dieses bei) Gelegenheitdes ungünstigen Urtheils, das O-uin-tilian über den Plautus äußert, inErwägung nimmt: so muß man aufden Gedanken kommen, daß die Ori-ginale, nach denen dieser gearbeitethat, höchst fürtrefflich gewesen sind,da in den Nachahmungen noch soviel Schönes angetroffen wird.

Man kann überhaupt sagen, daßalles, was die römische Luhne lu-stig, lebhaft, angenehm und auchlehrreich macht, beym Plautus reich-lich angetroffen werde, ob er gleichauch viel wichtige Fehler hat. Per-sonen von höchst pvßirlichen Charak-teren, über die auch der ernsthaftesteMensch lachen muß; andre von nie-dertrachtiger Gemüthsart, die zwarunfern Unwillen crwckcn, aber dennauch wieder dadurch, daß sie nach

») Daß die Stücke des Plautus aus grie-chischen Stücken gezogen worden, stehtnicht zu igugnen; aeer daß Plautusdie griechischen Verfasser in den Prolo-gen insgemein nenne, ist ganz ungc»gründet; ernennet sie nur in wenigen,und kann sie nur in einigen nennen,«eil sieben keine Prologen haben.

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Verdienst gehöhnt und verspottet,und überhaupt in ihrer schändlichenBloß" dargestellt werden, Verguü-gen machen; Jünglinge, die sichbald aus Leichtsinn und Unbesonnen-heit, bald aus Liederlichkeit in schwe-re Verlegenheiten stürzen, darin sieentweder zu ihrer Besserung zuSchanden werden, oder daraus siedurch die Verschlagenheit und dieRänke eines abgefeimten Buben,auch wol bisweilen durch die Ver-nunft eines ehrlichen und verständi-gen Knechts, gerissen werden. Aberzu seinem recht angenehmen Cvntrastfindet man bisweilen neben einemNarren einen sehr verständigen, ge-raden und rechtschaffenen Mann;neben einer leichtfertigen Dirne einMädchen von sehr schätzbarem, in-teressantem und liebenswürdigemCharakter. An sehr comischen Vor-fällen, seltsamen Verwiklungen, lä-cherlichen Irrungen, an sehr listi-gen lind zum Theile höchst pvßir-lichen Intriguen und unerwarte-ten Ausschließungen ist er durchausreich.

Seinen immer lustigen Stoff be-handelt Plautus in mancherlei) Ab-sicht, wie ein großer Meister, derzwar nicht fein, oder nach Knnst-regcln, aber desto glüklichcr in sei-ner angebsrnen Laune arbeitet, und,wenn er auch oft sich als einen Pos-senreißer zeiget, bisweilen auch alsein nachdenkender, sehr verständiger,ernsthafter und patriotischer Bürgererscheinet, der seine Zuhörer zwarmcistenthcils blos belustiget, be» Ge-legenheit aber ihnen bald ernsthaft,bald beißend große Wahrheiten sagt.Sein Ausdruk ist durchgehende! denSachen höchst angemessen: im Lusti-gen ungemein launisch, und mit soviel Orlginaleinfällen durchstochrcn,daß man fast unaufhörlich Dadurchüberrascht wird. Was kann lustigerseyn, als Folgendes, ans dem Pro.log des koellulusL

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