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Demnach erfodcrt der gute Ge-schmak eine sorgfaltige Bearbeitungdes Plans, sowol der Materie, alsder Form; und je vollkommener bcy-de zugleich seyn können, je fürrreffli-c!;er wird das Werk. Freylich ver-zeihet man der innen« Fnrtrcsslichkeithalber, euren äußerlichen Fehler.Man stehet Figuren vom HanmbalCarrache, die bcy dem unangenchm-slcn Eolorit, durch die Hoheit desCharakters im höchsten Grade ge-fallen; und in antiken Gemahl-den und stachen« Schnitzwerk stndetinan historische Vorstellungen, diebcy gänzlichem Mangel der mahle-rischen Anordnung, und Uebertrc-tung aller perspektivischen Regeln,ein großes Wohlgefallen crweken,weil jede Figur redend ist. Aberwer wird leugnen, daß solche Vor-stellungen. nicht einen Grad derFürtrcfflichkcit mehr hatten, wennohne Abbruch des Innern auchdas Acußere dabei) vollkommenerwäre?
Plautus.
Ein bekannter romischer Comodien-dichter, und Schauspieler. Manhalt insgemein dafür, daß er einigeZeit nach dem Anfange des zwcytenpunischen Krieges, das ist ohngefahrscro Jahre vor der Christlichen Zeit-rechnung, sich hervorgcthan habe;sein Tod aber wird in die Zeit gesetzt,da der altere Cato Censor war. Erhatte, wie «vir hernach zeigen «Ver-den , die comische Muse ganz zu sei-nem Gebot, und jedes der zwanzigvon ihm übrig gebliebenen Stükekam überhaupt, (einzele Fleken, wo-von «vir hernach reden «vollen, aus-g nomine««,) als ein Muster einerguten Comodie angesehen werden:alle zusammen aber als authentischeDociunence des romischen Gcfchmaksder damaligen Zeit. Daß sie zugleichein wahrer Schatz von achter latei-
nischer Wohlrcdenheit seyen, kam«hier auch im Vorbcygang angemerktwerden.
Wer alles Historische von diesemDichter nnd seinen Werken znsanl-mengetragen lesen mächte, kann diein Berlin») herausgekommenen Vrp-rrazo ?ur -Historie Oes Thoareru iml Theil nachsehen. Plauens war ausSarsina in Umbnen gebürtig. Ersoll von sehr geringer Herkunft ge-wesen seyn, und ein gar widrigesSchiksal erfahren haben. Daß eraber, wie ein ungenannter alterSchriftsteller bcriebtet, ein Soldat,ei» Kaufmann, ein Trödler, cinMül-lcr oder Baker gewesen, ehe er sichin Rom als Dichter und Schauspie-ler gezeiget, ist unznverlaßig; hin-gegen sehr wahrscheinlich, daß er sichin seiner Jugend auf die Litteraturgelegt habe. Wenn er also auch eineZeitlang, wie vor-ihm der PhilosophClcanthes, bcy einem Müller oderBaker gedient hat: so mag es etwazur Zeit einer großen Theurung ge-wesen seyn.
Da von den Comodien, die vorPlantns Zeiten auf die römischeBühne gekommen sind, nichts mehrvorhanden ist, so laßt sich nicht sa-gen, in welchem Zustand er diesesSchauspiel gefunden, und was manihm darin zu verdanken habe. Al-lem Ansehen nach hat er, wie inneuen« Zeiten Molicrc, die römischeComodie ans einmal zu einem Gradder Vollkommenheit.erhoben, wo-von man vor seiner Zeit sehr- ent-fernt war. Einige Alten sagen, erhabe hundert nnd dreyßig Comodiengeschrieben. Es mag sich aber da-mit verhalten, wie mit dem altendeutschen Possenreißer Eulenspiegcl,dem man alle gemein bekannten pos-sirlichen Einfalle, deren Urhebernickt bekannt waren, zuschrieb.
Dem«
») Nicht zu Berlin, sondern zu Stutt-
gard.