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worden, wird sich auch die Absichtdes ganzen Werks daher bestimmenlassen. Der Künstler wird finden, daßeine Art des Eindruks darin herr-schend seyn soll; daher wird er sehen,wenn sein Stoff eine Handlung ist,daß am Ende derselben der Eindrukbefestiget und dauerhaft bleiben müsse,lind so wird ein wahrhaftig verstän-diger Künstler, nicht eben, wie einigevom Heldendichtcr gcfodcrt haben,eine Lehre, die durch die Handlung,wie durch eine Allegorie erkennt wiro,aber doch eine andere, nach Beschaf-fenheit des Stoffs mehr oder wenigerbestimmteHauptwürkung zur Absichtmachen. Außer dieser aber muß ernothwcndig die allen Werken derKunst gemeine Absicht haben, daßdas, was er vorstellt, so klar, alsmöglich, gefaßt werde, daß nirgendetwas den allgemeinen Gcschmak be-leidigendes darin vorkomme, wodurchdie Aufmerksamkeit gehemmt werdenkönnte.
Hieraus nun laßt sich auch abneh-men, was bcy einem solchen Werk inAnsehung des Planes zu thun sey.Weil hier das Materielle des.Stoffsdie Hauptsache ist, so wird zuerst anden Plan zu denken seyn, wodurchdie Erzählung, oder Vorstellung,Wahrheit und natürlichen Zusam-menhang bekommt. Der Künstlermuß nachdenken, wie alles cinzurich-ten sey, daß das, was er geschehenläßt, aus dem Vorhandenen erfol-gen könne; daß die Handlungen derPersonen aus der Lage der Sachen,und aus ihrem Charakter folgen;daß die Charaktere selbst wahrhaft,oder in der Natur gegründet schei-nen; daß endlich der Ausgang derSachen so erfolge, und daß allesdarauf ziele, den Hauptcindruk zumachen, den der Stoff auf denKünstler selbst gemacht hat, und demzu gefallen er sein Werk unternom-men hat. Ucberall wird der Künst-ler darauf bedacht seyn, daß keine
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Luken bleiben, wodurch der Zusam-menhang der Dinge würde unter-brochen, und das, was geschieht,unbegreiflich werden; daß nichtsUeberflüßiges da sey, von dem keinGrund anzugeben ist, u. s. w. Alsowird er nach einem Plan seine Ma-terie ordnen, und das Einzelc darinerfinden, oder wählen.
Nachdem alles Nöthige herbeyge-schafft und geordnet worden, wirder nun an den Plan der Schönheitdenken. Da er aber einen Stoff be-arbeitet, der auch ohne äußerlicheSchönheit gefällt, so hat er nichtnöthig diese so genau zu beobachten,als bcy einem gleichgültigen Stoffnöthig wäre. Er opfert dem äußernAnsehen keine materielle Schönheitauf, und wenn nicht beyde zugleichbestehen können, so giebt er dieserden Vorzug. Da es aber offenbarist, daß durch die Schönheit derForm auch die innere Schönheit ei-nen größcrn Nachdruk bekommt, sowird ein Künstler von Geschmak sichallemal Mühe geben, jene so weit zuerreichen, als es mit dieser bestehenkann. Daß dieses der wahre Ge-schmak der Natur selbst sey, läßt sichdaraus abnehmen, daß jeder Mensch,der etwa in der Geschichte von derGröße, Hoheit oder Liebenswürdig-keit eines Charakters eingenommenwird, allemal der Person, die diesenCharakter hat, in seiner Phantasieauch ein äußerliches Wesen bcylcgt,das mit jenem am besten übereinzu-stimmen scheinet. Jedermann ist ge-neigt den jüngern Scipio sich untereiner bohen, aber liebenswürdigenGestalt vorzustellen; und jedermann,der die innere Größe des Sokratesbewundert, würde sich sehr unange-nehm betroffen finden, >venn maneine Figur, die etwas gemeines, odergar verächtliches hätte, für diewahre Abbildung dieses Philosophenausgäbe.
Dem-