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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
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aber würde er sie sehr ungeschikt an-ordnen. Und wenn er auch über-haupt noch eine gute Anordnung inAbsicht auf die Bequemlichkeit anzu-geben vermochte: so konnte es leichtseyn, daß diese Anordnung dem Gau-zcn eine sehr unschiklichc Form gebenwürde.

Hieraus laßt sich abnehmen, daßgewisse zum Plan gehörige Dingeaußer der Kunst liegen, und durchrichtige Beurtheilnng auch von ei-nem der Kunst völlig uncrfahrnenkönnten bestimmt werden; hingegenandere nur von Kenntlich und Er-fahrung in der Kunst abhängen.Wir müssen aber diese Betrachtun-gen besonders auf die Werke derschönen Kunst anwenden.

Zuerst scheinet dieses eine Untersu-chung zu verdienen, ob jedes Werkdes Geschmaks nothwcndig nach ei-nem Plan müsse gemacht seyn. DerPlan wird durch die Absicht bestimmt;und je genauer diese bestimmt ist, jenaher wird es auch der Plan. Nungicbt es Werke der Kunst, die keinenandern Zwck haben, als daß sie sollenangenehm in die Sinne fallen, dereneinziger Werth in der Form besteht.Eine Sonarc und viel andre kleineTonstüke, eine Vase, die blos zurErgötzung des Auges irgend wohingesetzt wird, und viel dergleichenDinge, haben nichts materielles,das eine bestimmte Würkung thunsollte. Hier hat also kein andrerPlan statt, als der ans Schönheitabzielet. Die Absicht ist erreicht,wenn ein solches Werk angenehmin die Sinne fallt; sie sind im cn-gcstcn VerstandWerke des Geschmaks,und blos des Geschmaks, an derenVerfertigung das Nachdenken unddie Ucbcrlegung, in so fern sie aus-ser dem Geschmak liegen, keinen An-thcil haben.

Wie groß und weitlauftig jein sol-ches Werk auch sey, so ist bcy dessenPlan allein auf Schönheit zu sehen,

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alle Theile müssen ein wolgeordnctcsGanzes machen. In den Theilenmuß Mannichfaltigkcit und gutesVerhältnis; anzutreffen seyn; die klei-ncsten Thoile müssen genau verbun-den, und in größere Hauptgliedcrangeschlossen; alles muß wol grup-pirt, und nach dem besten metri-schen Ebenmaaße abgepaßt seyn.Jeder Fehler gegen diesen Plan ist insolchen Werken ein wesentlicher Feh-ler, weil er durch nichts ersetzt wird.So müssen in der Musik alle Stäke,die keine Schilderungen der Empfin-dung enthalten, mit weit mehr Sorg-falt nach allen Regeln der Harmonieund Melodie gearbeitet seyn, alsArien, oder Gesänge, welche dieSprache der Leidenschaften ausdrü-kcn; der Tanz, der nichts Panto-mimisches hat, muß in jeder kleinenBewegung weit strenger, als das pan-tomimische Ballet, nach allen Regelnder Kunst eingerichtet seyn. In Ge-niahlden von wichtigem Inhalt,übersieht man kleinere Fehler gegendie vollkommene Haltung, Harmo-nie und gegen das Colorit; aber inkleinen Stäken, deren Inhalt nichtsInteressantes hat, muß alles voll-kommen seyn.

Ganz anders verhalt es sich mitWerken, deren Inhalt schon für sichmerkwürdig, oder wichtig ist. DerPlan der Schönheit, der in jenenWerken das einzige Wesentliche derganze» Sache ist, kann hier als eineNebensache angesehen werden. Dochkann man ihn auch nicht, wie selbstgute Kunstrichter seit einiger Zeit un-ter uns scheinen behaupten zu wollen,ganz aus den Augen setzen, wo nichtein Werk völlig aufhören soll, einWerk der schönen Kunst zu seyn. Esfängt itzt beynahe an, unrer dendeutschen Kunstrichtern Mode zu wer-den, von den eigentlichen Knnstre-geln mit Verachtung zu sprechen,und eben diese Knnstrichter sind sehrnahe daran, den Wörtern Theorie,

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