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3 (1793) [K - Q]
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Sessel, auf welchem Pindar, so ofter dahin gekommen, seine Päane sollabgesungen haben.

Äußer den Oden, davon wir nocheine beträchtliche Sammlung haben,hat Pindar noch sehr viele andereGedichte, Päane, Baechische Oden,Hymnen, Dithyramben, Elegien,Trauerspiele und andere geschrieben.Die bis auf unsrc Zeiten gekomme-nen Oden haben überhaupt nur eineGattung des Stoffs. Der Dichterbesingt darin das Lob derer, die zuseiner Zeit in verschiedenen öffentli-chen Wettspielen gcsieget haben.Solche Siege waren damals höchstwichtig;die höchste Ehre im Volkewar, ein Olympischer Sieger zn seyn,und es wurde dieselbe für eine Selig-keit gehalten : denn die ganze Stadtdes Siegers hielt sich (dadurch) Heilwicdcrfahrcn; daher diese Personenaus den gemeinen Einkünften unter-halten wurden, und die Ehrenbezeu-gungen ersirektcn sich ans ihre Kin-der, ja jene erhielten von ihrer Stadtein prächtiges Begrabniß. Es nah-men folglich alle Mitbürger Theil anihrer Statue, zu welcher sie die Ko-sten aufbrachten, und der Künstlerderselben hatte es mit dem ganzenVolke zu thun *)." Diese Siegeralso beehrte Pindar mit seinen Ge-sängen.

Für uns sind jene Spiele ganzfremde Gegenstände, und die Siegervöllig gleichgültige Personen. Aberdie Art, wie der Dichter seinen Ge-genstand jedesmal besingt; die Großeund Starke semer Bercdtsamkcit; dieWichtigkeit und das Ticfgedachteder eingestreuten Anmerkungen undDcnksvrüche, und der hohe Ton derBegeisterung, der selbst den gcmcl-nesicn Sachen ein großes Gewichtgicbt, und gemeine Gegenstände ineinem merkwürdigen Lichte darstellt:

5) Winkelinaims Anmerkungen über dieGeschichte der Kunst.

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dieses macht auch uns den Dichterhöchst schätzbar.

Es geHorte unendlich mehr Kennt-niß der griechischen Sprache, nndder griechischenLitteratur überhaupt,als ich besitze, dazu, um zu zeigen,was für ein hohes und wunderbares'Genie überall aus dem Ton, ausder Setzung der Worter, aus derWendung der Gedanken, aus demoft schnell abgebrochenen Ansdrukund aus dein, diesem Dichter ganz ei-genen Vortrag hervorleuchtet. Wasman überall zuerst an ihm wahr-nimmt, ist gerade das, was auch anunserm deutschen Pindar, ich meyneKlopstoken, zuerst auffällt, nämlichder hohe feyerliche Ton , wodurchselbst solche Sachen, die wir allen-falls auch können gedacht haben,eine ungewöhnliche Feyerlichkeit undGroße bekommen, und nnsrer Auf-merksamkeit eine starke Spannunggeben. Wir empfinden gleich an-fangs, daß wir einen begeistertenSänger hören, der uns zwingt, Phan-tasie und Empfindung we>t höher,als gewöhnlich, zu stimmen. Indemer uns mit Gegenständen unterhält,die für uns fremd und nicht sehr in-teressant sind, treffen wir auf Stel-len, wo wir den Sanger als einenMann kennen lernen, der über Cha-raktere, über Sitten und sittlicheGegenstände tief nachgedacht hat,und sehr merkwürdige Originalgc-danken anbringt, wo wir blos dieEinbildungskraft beschafftigen; alseinen Mann von dem fcinesicn sittli-chen Gefühl, und von der rcichestenund zugleich angenehmsten Phantasie.Jeder Gegenstand, auf den er senieAufmerksamkeit gerichtet hat, er-scheinet scnicr weit ausgedehnten,aber auch ticfdringenden sor^cl-lungskraft weit größer, weit reicher,weit wichtiger, als kein andrerMensch ihn würde gesehen haben;und dann unterhalt er uni am eineganz ungewöhnliche und interessante

Weise.