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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
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den Ckcn der Mauren aber müssensie allemal stehen.

P i n d a r.

Ein griechischer lyrischer Dichter,den die Alten durchgehcnds wegenseiner Fürtrcfflichkeit bewundert ha-ben. Plato nennet ihn bald dengöttlichen, bald den weisesten. DieGriechen sagten, Pan singe PindarsLieder in den Waldern, und dasOrakel zu Delphi befahl den dorti-gen Einwohnern, daß sie von denOpfcrgabcn, die dem Apollo gebrachtwurden, diesem Dichter einen Thcilabgeben sollten. Ganze Staatenwaren stolz darauf, wenn er in sei-nen Oden sie gelobt hatte. Für ei-nige Verse, die er zum Lobe derAthenienscr gemacht hatte, wurde ernicht nur von dieser Stadt reichlichbeschenkt; sondern sie ließ ihm auchnoch eine eherne Statue setzen: undals Alexander in dem Heftigsien ZornTheben, Pindars Geburtsstabt, zer-stören ließ, befahl er, daß das Haus,darin der Dichter ehemals gewohnthatte, verschont werde, und nahmdessen Familie in seinen Schutz.So dachten die Griechen von demDichter.

Horaz bezeuget bey jeder Gele-genheit, wie sehr er ihn verehre.Er vergleicht seinen Gesang einemgewaltigen, von starkem Regen auf-geschwollenen Bcrgstrohm, der, mitunwiderstehlicher Gewalt alles mitsich fortreißt. Ein andrer sehr fei-ner römischer Kunsirichter urtheiletalso von ihm:Von den neue»lyrischen Dichtern ist Pindar weitder erste. Durch seinen hohen Geist,durch seine erhabene Pracht, durchseine figur - und spruchreiche Schreib-art übertrifft er alle andere. Er istvon einer so glüklichcn, so reichen,und wie ein voller Strohm fließen-den Beredsamkeit, daß Horaz ihn

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deshalb für unnachahmlich halt').«Horaz schätzet die Ehre, von Pindarbesungen zu werden, höher, alswenn man durch hundert Statuenbelohnt würde.

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Dieser große Dichter lebte zu The-ben in Böoticn, ohngefehr zwischender 65 und 85 Olympias. Von sei-ner Erziehung, den Veranlassungenund Ursachen der Entwiklung undAusbildung seines poetischen Geniesist uns wenig bekannt: aber dieseswenige verdienet mitAufmerksamkeiterwogen zu werden. Sein Vatersoll ein Flötenspieler gewesen seytt,und den Sohn in seiner Kunst unter-richtet haben; von einem gewissenLasus aber soll er die Kunst die Lcyerzu spielen gelernt haben. Dasfleis-sige Singen fremder Lieder mag seineigenes dichterisches Feuer angefachthaben. Wenn esj wahr ist, wasPlutarchus von ihm und der Corin-na erzählt: so scheinet es, er habeanfanglich in seinen Gedichten mehrauf den Ausdruk, als auf die Er-findung gedacht. Denn diese schöneDichterin soll ihm vorgeworfen ha-ben, daß er in seinen Gedichten mehrberedten Ausdruk, als Dichtungs-kraft zeige; und darauf soll er einLied gemacht haben, darin er seinerdichterischen Phantasie nur zu sehrden Lauf gelassen f). Man meldetvon ihm, er habe an der pythagori«schen Philosophie Geschmak gefunden.Darin konnte seine von Natur schonenthusiastische Gemüthsart starkeNahrung finden. Noch zu des Erd-beschreibers Pausanias Zeiten zeigteman in dem Tempel zu Delphi einen

Rx 2 Sessel,

») Huim. Inlt. I.. X.

»») c)ä. I..IV.I.

f) Plutarch in dem Traktat:Ob dieAthenienscr im Krieg oder im Friedengrößer gewesen."