Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
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Tonart ist, was man itzt insgemeindorisch nennt.

Das neue oder heutige Phrygischeverträgt beym Schlüsse die gewohn-liche harmonische Behandlung nicht.Man kann nicht anders, als durchden verminderten Drcyklang aufII nach L schließen; gerade so, wiewenn man den Ton L als die Do-minante von ^ ansähe, und in Hschließen wollte. Man empfindetauch beym Schluß auf L etwas demTon ^ ähnliches, wovon L die Do-minante ist.

Piano.

(Musik.)

Mo dieses italiänischc Wort, dasmeistens abgekürzt blos durch g, an-gedeutet wird, in geschriebenen Ton-stärken vorkommt, bedeutetes, daßdie Stelle, bey der es steht, schwä-cher oder weniger laut als das übri-ge soll vorgetragen werden. Damitdie Spieler sehen, wie lang dieserschwächere Vortrag anhalten soll,wird da, wo man wieder in der ge-wöhnlichem Stärke fortfahren soll,k. oder kone gesetzt. Bisweilen wirdein doppeltes p, nämlich pp. gesetzt,welches andeutet, daß dieselbe Stellehöchst sanft oder schwach soll angege-ben werden.

Wie ein gcschikter Redner, auchda, wo er überhaupt mit Heftigkeitspricht, bisweilen auf cinzele Stel-len kommt, wo er die Stimme sehrfallen läßt, so geschehet dieses auchin der Musik, die überhaupt die na-türlichen Wendungen der Rede nach-ahmet. Wie nun in einer mitFcuerund Stärke vorgetragenen Rede einevorkommende zärtliche Stelle, durchHerabsetzung der Stimme und einensanften zärtlichen Ton, ungemeingegen das andere absticht, und destorührender wird: so wird auch derAusdruk eines Tonstüks durch dasPiano, das am rechten Orte ange.

P i l

bracht ist, ungemein erhoben. Csfindet man in verschiedenen Grannj,sehen Opcrnarien, darin überhauptein heftiger Ausdruk herrscht, cinzeleStellen, wo die Stimme plötzlich ihrFeuer und ihre Stärke verläßt, undins Sanfte fällt, und dieses ge-schieht so glüklich, daß man auf dasinnigste dadurch gerührt wird.

Deswegen ist das Piano, amrechten Ort angebracht, ein für.treffliches Mittel den Ausdruk zuerhöhen. Es giebt aber auch un-wissende und vou aller Urtheilskraftverlassene Tonsetzer, die sich einbil-den, ihren unbedeutenden Stutendadurch aufzuhelfen, daß sie feinoft mit Piano und Forte abwech-seln. Daher wiederholen sie diesel-ben kahlen melodischen Gedanken un-ter beständiger Abwechslung vonPiano und Forte so oft, daß jedemZuhörer davor ekelt.

P i l a st e r.

(Baukunst.)

Aierckige Pfeiler, die von den ge-meinen Pfeilern darin verschiedensind, daß sie, nach Beschaffenheitder Ordnung, wozu sie gehören,dieselben Verhältnisse und Verzie-rungen bekommen, die die Säulenhaben, nämlich dieselben Füße undKnaufe, auch die Canelüven oderKrinnen. Nur werden sie nichteingezogen, oder verjüngt, wie dieSäulen. Sehr selten werden siefrcystchend angetroffen; sondern fastimmer in der Mauer, aus der sieum den achten, oder sechsten, auchwol gar um den vierten Theil ihrerDike heraustreten. Nach der Bau-art der Alten, der man auch nochitzt folget, stehen meist allemal, woeine Halle oder Säulenlaube vor ei-ner Hauptseite angebracht ist, ander Hauptmauer des Gebäudes Pi«lasier den Säulen gegenüber. An