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wol sie nicht ganz fehlen, wo die Per-sonen reden, ausgenommen in öffent-lichen Versammlungen, und daß dieReden, anstatt aus dem besonder»Charakter der Personen zu fließen,insgemein von allgemeinen Wahr-heiten und Sätzen hergenommen sind,und zu sehr nach dem Redner schme-ken, wicwol sie sonst stark genugund der Römer sehr würdig sind.In ldcr Epopoe muffen öffentlicheGeschaffte und Reben selten vor-komme»! hingegen die persönlichenGesinnungen, die besondcrn Unter-handlungen nnd Bcrathschlagungcnüber die aus der Handlung unmit-telbar entsichcndenVorfälle und Be-gebenheiten, Jenes kommt eigent-lich der Historie zu; dieses ist derDichtkunst eigen.
Unter die Nachtheile der Pharsaliarechne ich nicht, daß wir genauwissen, daß eine Menge Umständezu den wahren, bekannten, nur er-dichtet sind; denn die poetische Ge-wißhcit wird vielmehr starker, wennsie mit bekannten Sachen untersetztwird. Und so bald der Poet sich ei-nes historischen Grundes zu seinerArbeit bemächtiget: so darf mankeine andere, als die poetische Ge-wißheit von ihm sodern. In einemGedichte, wo die Hauptpersonen nochso jüngst gelebt haben, daß wir selbst,oder unsre Aeltern sie gekannt haben,macht es Schwierigkeiten, uns Ehr-furcht und Bewunderung für sie bey-zubringen. HnndertHistorchcn vonkleinen menschlichen Schwachheiten,und von wirrhschaftlichen Umstän-den, die wir selbst gesehen, oder vonAugenzeugen gehört haben, setzen siezu den gewöhnlichen Menschen her-unter. Unser Poet hat durch diegroßen Sachen, womit er den Leserunterhalt, denjenigen, die nahe beyseinen Helden gelebt haben, nichtWeile gelassen, an daö zu denken,was ihnm Kleines anhicng; und beyden spätem Lesern hat der Lauf derDritter Theil.
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Jahre das Andenken dieser Kleinig-keiten vertilget."
Daß der Dichter der Pharsaliagroße poetische Talente gchaot, wirdwol Niemand in Abrede seyn. Aberman sieht nicht selten bey ihm, daßUeberlegung und Bemühung biswei-len die Stelle der Begeisterung ver-treten; daß er nicht aus überströ-mender Empfindung, sondern weiteres gesucht, und lange daraus gear-beitet hat, sich dem Großen und Er-habenen nähert«
Seit Kurzem hat unser Dichter inFrankreich verschiedene vorzüglicheVerehrer gefunden, die durch einzeleSchönheiten, die in Menge bey ihmangetroffen werden, so eingenommenworden, daß wenig daran fehlet, daßsie ihm nicht die erste Stelle unter denHeldendichtern einräumen. Dieseswar in der That von Leuten, nach de-ren Geschmak die-Henriade einen ho-hen Rang unter den Epopocn behaup-tet, zu erwarten.
-H-
Die zu diesem Artikel gehörigen Nach-richten finden sich bey dem Art. -Helden-gedicht, S. 509. b.
Phrygisch.
(Musik.)
Eine der Tonarten der alten grie-chischen Musik, der die Alten einenheftigen, trotzigen und kriegerischenCharakter zuschreiben. Es läßt sichdaraus abnehmen, daß diese Ton-art nicht die ist, der man gegen-wärtig den Namen der phrygischcnTonart gicbt. Diese ist, nach itzi-ger Art zu reden, unser C, und hatsowenig von dem Charakter, denAristoteles der phrygischcn Tonartbeylegt *), daß sie vielmehr msRlagliche fallt. Die alte phrygische
Tonart
») roliticor. l«. VIII. e.«l 7.
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