Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
671
Einzelbild herunterladen
 

Man stelle sich vor, sey ein

ebener Boden, wie der Fußboden ei-nesZimmers, und auf diesem Boden,oder diese. Grundfläche, sei) eine Fi-gur et^K gezeichnet, welche von ei-nem in i stehenden Auge gesehen wird.Ferner bilde man sich ein, opgr seyeine Tafel, welche perpendicular so-wol auf der Grundflache, als aufdcrLinie s i, nach welcher das Auge hin-sieht, steht. Endlich stelle man sich

vor, daß von den vier Ekpunktene,k»Ali. des aufdemVoden gezeich-neten Viereks die geraden Linien ei,ki, xl» Ki, gezogen werden, daßdiese in den Punkten K, I, m, u, durchdie Tafel gehen, und daß endlich dieLinien Kl, Im» mn, nk, auf derTafel sichtbar gezogen werden, sowird man sehr leicht begreifen, daßdie Figur uklm gerade so in dasAuge falle, als die Figur et«K in

dasselbe

P e r

nicht wol missen. Denn es ist einesehr unsichere Sache um das Augen-maaß, das durch die Einbildunggar oft verfälscht wird. Obgleich,zum Bcyspicl, wenn wir einen Men-schen vor uns stehen sehen, dieHand, die unfern, Auge am näch-sten liegt, großer scheinet, als dieandere, die weiter weg ist, so be-merkt das Auge des Mahlcrs die-ses nicht allemal klar genug; undwenn er die Perspektiv dabey vcr-gißt, so wird er durch die Einbil-dung immer mehr verleitet, beydeHände gleich groß zu zeichnen. Alsoist die Kenntniß der Perspektiv in

Per 67 r

jedem Falle dem Zeichner näthig; ingar vielen Fallen aber, besonderswenn er ein historisches Stük aus derPhantasie zeichnet, wird er in derStellung der Figuren, in den For-men und in den Schlagschatten ge-wiß schwere Fehler begehen, wenner nicht genau nach den Regeln derPerspektiv verfährt.

Es ist hier der Ort nicht, dieseMaterie ganz abzuhandeln. - Ichwerde mich begnügen, die Funda«menralbcgriffe der Perspektiv deut-lich vorzutragen, und hernach ineiner Probe die Anwendung derselbenzu zeigen.