Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
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zur Unzeit in diese Schreibart ver-falle, die auf der Schaubühne größ-tentheils höchst unnatürlich ist. Esist ohnedem ein den deutschen drama-tischen Dichtern nur zu gewöhnlicherFehler, daß sie zu oft ins Periodirtefallen.

Man fühlet, ohne langes Unter-suchen, wo die periodirte Schreibartstatt hat, und wo sie unschiklichwäre. Die Periode hat allemal et-was verunstaltetes, und förmlichabgepaßtes, das sich da, wo esdarum zu thun ist, kurz und gut,ohne Feycrlichkeit und Parade seineGedanken vorzubringen, nicht schiket.Hingegen bcy fcyerlichcn Reden; indem ernsthaften dogmatischen Vor-trag; in der Geschichte; in derepischen und andern veranstalte-ten Erzählungen, kann ohne perio-dirren Vortrag wenig ausgerichtetWersen.

Freylich darf auch da eben nichtalles periodirt seyn; denn nicht allesist gleich wichtig. An einigen Stel-len pcnodirr man der Kürze halber,und um dem Bortrag das Langwei-lige und Eintönige, das er sonsthaben würde, zu benehmen. Aberdie wichtigsten Gelegenheiten dazusind die Stellen, wo es darum zuthun ist, b«e Phantasie, den Ver-stand ober das Herz durch mancher-lei) Vorstellungen kraftig anzugrei-fen. Da muß man suchen den cin-zclcn zum Zwek dienenden Vorstel-lungen, durch Vereinigung in eineeinzige, größere Kraft und schnellereWartung zu geben.

Ich halte dafür, daß die Kunst,gut zu periodiren, einer der schwere-sten Thcilc der Beredsamkeit sei).Alles übrige kann durch natürlicheGaben, ohne harrnäkiges Studireneher als dieses erhalten werden.Hiezu aber wird Arbeit, Fleiß, vielUcbcrlegung und eine große Stärkein der Sprache erfodcrt. Es schei-net nicht möglich, hierüber einen

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methodischen Unterricht zu 'geben.Das Beste, was man zu Bildungder Redner in diesem Stüke thunkönnte, wäre, ihnen eine nach demverschiedenen Charakter des InHallswolgeordncte Sammlung der bestenPerioden vorzulegen, und den Wertheiner jeden durch gründliche Zerglie-derung an den Tag zu legen.

Jede Periode muß ihrer Absichtgemäß, verschiedene innere und äus-sere Eigenschaften haben. Zu deninneren rechnen wir die gute Wahljedes einzelcn Satzes, und jedesUmstandcS; die genaue Verbindungder Satze, sowol zur Klarheit, aiszur Kraft des Ganzen, und endlichden pathetischen, zärtlichen, fröh-lichen, oder überhaupt den Ton,der nach Beschaffenheit der Sachegestimmt sei). Zu den äußern Ei-genschaften rechnen wir den Wol-klang, und Numerus, und dieLeichtigkeit der Aussprache. Die-ses wäre bey jeder einzelcn Periodezu beobachten. In der ganzen Redeaber muß nothwcndig auf eine ge-fällige Abwechslung und Mannich-fglcigkeit der Perioden gesehen wer-den. Weil die Perioden von Seitendes Zuhörers einige Anstrengung derAufmerksamkeit erfodern: so mußder Redner hier und da leicht, oderganz unperiodisch seyn. Die Pe-rioden selbst müssen bald kürzer,bald länger, bald einförmig, baldvielförmig seyn, damit in die ganzeRede gefällige Mannichfaltigkeitkomme, die Aufmerksamkeit aberohne Ermüdung hinlänglich unter-halten werde.

Es ist zu wünschen, daß diesewichtige Materie von einem unsrerKunstrichter mit erforderlichem gleißein einer bcsondcrn Schrift umständ-lich ausgeführt werde.

Von der Pcrkodc überhaupt, handeln,besonders: kos, Slnrmü, De kerioüi-, ,

1-ibel.