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sich vorbei? ziehen sähe, würde keinebestimmte Vorstellung von der Großeund Eintheilung eines Regiments inBatallions und Compagnien bekom-men. Aber wenn es in dem Zugseine Haupt - und Unlcreintheilungenbehält, so ist es leicht, sich von demGanzen einen deutlichen Begriff zumachen.
Eben so wichtig ist die Periode,wo es um Ueberzeugung zu rhun ist,wenn diese von mehr cinzelcn Sätzenabhangt. Die Periode schlinget diezur Ueberzeugung nöthigen Sätze soin einander, daß keiner für sich dieAufmerksamkeit festhalt. Man wirdgenothiget, sich alle in einem unun-terbrochenen Zusammenhang vorzu-stellen , und empfindet deswegen amEnde der Periode ihre vereinigteWnrkung zur Ueberzeugung mit destogrößerer Stärke.
Außerdem aber kann man über-haupt von der pcriodirten Schreibartanmerken, daß sie eben deswegen,weil sie verschiedene Vorstellungen chtEines zusammenfaßt, die Zerstreuungder Aufmerksamkeit hindert, und da-durch angenehmer wird, daß sie unsanstatt einer großen Menge cinzelcrVorstellungen wenige, sich deutlichvon einander auszeichnende Haupt-vorstellungen vorlegt. Wenn über-haupt das Schöne in gefalliger Vcr.cinigung des Mannichfaltigen be-steht: so ist auch jede gute Periodeeine schöne Rede, da der völligeMangel der Perioden den Vortragsehr langweilig und gleichtönendmacht. Man darf nur, um dieseszu fühlen, die nicht pcriodirte Schreib-art der historischen Bücher der heili-gen Schrift gegen die Erzählungeneines guten griechischen oder lateini-schen Gcschichtschrcibcrs halten *).
») Man muß dieses nicht so deuten, alsob ick die naive E usalc jener Erzäh-lung verkennte. Hier ist nicht dieRcvc von dem einfachen Ausdruk derNatur; sondern davon, was die Kunst
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Hieraus nun erhellet hinkanglich,daß die Periode ein Hauptmittel ist,der Rede ästhetische Kraft zu geben,es sey, daß man durch dieselbe diePhantasie mir angenehmen Vorstel-lungen ergötzen, den Verstand er-leuchten, oder das Herz rühren wolle.Daraus aber folget keineswcgcs,daß jedes Werk der redenden Künstedurchaus aus künstlichen Perioden be-stehen müsse. Es giebt Werke, wodie Perioden gar nicht, oder nur insofern statt haben, als sie ohne Be-mühung und Suchen, wegen dersehr natürlichen Verbindung derDinge, sich gleichsam von selbst dar-biete». Sobald die Sprache zu ei-ner gewissen grammatischen Vollkom-menheit gekommen ist, bieten sichsolche natürliche Perioden jedem Men-schen dar, der nur etwas zusanmicn-hangend denkt. Von solchen Perio-den ist hier die Rede nicht; sondernvon denen, die durch rednerische Kunstund Veranstaltung gebildet werden.Ucbcrall in solchen Perioden zu spre-chen, wäre eben so viel, als jede ge-meine alltägliche Verrichtung mitPomp und Feyerlichkcit thun. Je-dcrmann fühlet, daß die Periodenetwas verunstaltetes und wol über-legtes haben, das sich mit der Rededes gemeinen Lebens und des tagli-chen Umganges nicht verträgt. Wennalso ein Redner, oder ein Dichter, der-gleichen Scenen aus dem gemeinenLeben schildert, wie in der Comödie,und in vielerlei? andern Werken ge-schieht, so kann er sich da keines pe-riodirtcn Vortrages bedienen. Keinverständiger Mensch ist in dem tagli-chen Umgang ein Redner, der alles,was er sagt, in Perioden abfaßt.Daher würde es lacherlich scyn, denDialog der Comödie künstlich zu pe-riodiren. Vielmehr muß man denDichter ernstlich warnen, daß er nicht
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durch Bearbeitung der Schreibart ver-möge.