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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
667
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P e r

es crsodert. In dem andern Fallaber -st sie ein Vcrnunftschluß, dar-in jedes Einzele auf die Gewißheitund unumstößliche Wahrheit eineseinzigen Satzes abzielt. Wie vor-theilhaft und wie sogar unentbehrlichdie Perioden zu beyden Absichtenseyen, wird sich durch Beyspielc bes-ser, als durch allgemeine Beschrei-bungen zeigen lassen.

tUviu» erzählt ') von dem KonigAntiochus, den mau insgemein denGroßen nennt, eme Anekdote, dieohne den pcriodirtcn Vortrag alsotauten würde. »Von Demetrius kamder Konig nach Chalcis; da verliebteer sich in ein unverhcyrathetcsFrauen-zimmer; sie war die Tochter des Kleo-ptolemus. Der König ließ durchAbgeordnete bey dem Vater um sieanhalten; er schlkte zu wiederholtenmalen an ihn; endlich hielt er selbstmündlich um sie an. DcrVaterhat-tc nicht Lust, sich in die Gefahreneines höhern Standes zn vcrwikcln;aber er wurde durch das viele Schi'ken und Anhalten ermüdet, er gabseine Einwilligung, und hierauf wur-de das Beylager begangen. Diesesgeschah so, als wenn man mitten imFrieden gelebt hätte.-' Diese Erzäh-lung'gleichet einem Gemahld ohneAnordnung und Gruppirung, wo diePersonen in einer Linie gestellt sind-Livius fasset die Erzählung in einePeriode zusammen, die man imDeutschen ohngefähr so geben könnte.Nachdem der König von Demetriusnach Chalcis gekommen war, undsich daselbst in ein Mädchen, desKlcoptolemus Tochter, verliebt hatte,wurde itzt, als er nach langem An-halten durch andere, zuletzt durch ei-genes Bitten den Vater des Frauen-zimmers, der keine Lust hatte, sichin die Gefahren eines höhern Stan-des zu verwikeln, ermüdet, und des-selben Einwilligung erhalten hatte,

") ttitt. I.. XXXVI. c.ii.

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das Beylager so, als wäre man mit-ten im Frieden, vollzogen." Aberwir wollen den Römer selbst, dessenSprache sich zu langen Periodenbesser, als die deutsche schiker, dieSache erzählen lassen. Ilex Lllalci.cleni a OvmetriaUo prvfeökuii, smorscaptu-; viribus LhglciaieuliL Lleo-ptolenil kliiae, cum putrem primc»allle^imllo, cleiiule coram ipso ro-Aaixw täri^allet, iuvicum so z-rs-vioris sortuuse conciitioiiitem, tanäem impetrata re, tum-gcuun in meäia pacs nupciüs ce-ledrat.

Hier wird jedermann die WürkungderPeriodefühlen Sic enthält eineSchilderung, deren Zwek ist, denLeichtsinn des Antiochus vorzustellen,der mitten in einem sehr gefährlichenKriege sich von seinem Hang zurWollust so regieren ließ, als wenn ermitten im Frieden gelebt hätte. Aufdiese HauprvorstcUung zielt jedes Ein-zelc der Erzählung, so daß wir amEnde der Periode sehr lebhaft davongerührt sind. Durch jenen unperio-dirtcn Vortrag wäre dieses nicht zuerhalten gewesen, ob er uns gleichjeden Umstand der Sache genauzeichnet. Aber am Ende kommt esauf unser cigenesNachdenken an, obwir alles, was wir gelesen haben, inciiieHauptvorstcllung verbinden wol-len, oder nicht. Durch die Periodemüssen wir dieses rhnn, und die an-haltende Aufmerksamkeit, wohin je-der Umstand, den wir immer mit an-dern verbunden sehen, abziele, macht,daß wir am Ende die vereinigte Wür-kung alles Einzelcn desto icbhaftcrfühen. ^ ,

DieseWurkung hat jede pcriodirteSchilderung, da der Mangel des Pc-riodirtcn die Vereinigung der Sachenin ein einziges Gcmählde sehr schwer,oder gar unmöglich machen würde.Wer ein Regiment Soldaten einzeln,oder, ohne andere Abthcilung inGliedern zu sechs oder acht Mann