Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
655
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Pas

P a s s e p i e d.

(Musik; Tanz.)

Ein Tonstük zum Tanzen, das zwarin seinem Charakter mit der Mcnuetübereinkommt, aber eine muntrereBewegung hat. Der Takt ist Z, unddie Sechszchntel sind die geschwinde-sten Noten, die es vertragt. DieEinschnitte sind wie in der Menuet,die in» Auftakt anfangt. Das Stükbesteht aus zwei) oder mehr Theile»von Z, 16 und mehr Takten; aberihre gerade Anzahl muß wieder inzwei) Halsten von gerader Zahl seyn.Die Theile können kn verschiedene,dem Hauptton nahe verwandte Toneschließen. Ihr Charakter ist eine rei-zende, aber edle Munterkeit. Manunterbricht die Melodie oft mit ei-nem Takt von drey Viertelnoten,der aber im Rhythmus für zwei) ge-zahlt wird, wie bey der Loure ange-merkt worden. Bisweilen folget aufdas Hauptstük, das in der großenTonart gesetzt ist, ein zweytes, dasdenn die kleine Tonart hat, weswe-gen es die Franzosen passe-pleN ml-ueur nennen, auf welches das erste,das alsdenn psste-pleä mcheur heißt,wiederholt wird.

Paste.

(Bildende Künste.)Der Abdruk eines geschnittenen Stei-nes in Glas. Da schwerlich jemandbessere Kenntniß über diese Materfthat, als der berühmte Lippert, sokann ich nicht besser thun, als denAufsatz, den er Mir schon vor eini-gen Iahren zu schikcn die Gefälligkeitgehabt, hier ganz cinzurüken:

Die Erfindung ist sehr alt, undvielleicht eben so alt, als die Glas-macherkunst. Die Art und Weisewie die Pasten gemacht werden, istoft beschrieben worden; eine derglei-chen ausführliche Nachricht stehet inder sogenannten Nürnbergischen

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Werkschule; und der Graf Caylushat in des Marietlc Buch: Trasselies pierres ^ravees, eine Wcitläuf-tige Abhandlung darüber gemacht.

Mir find auch unterschiedene an-dere Arten von Pasten vorgekommen,welche aus einer glasartigen Erde inverschiedenen Farben verfertiget wer-den. Einige waren roth, wie dieGefäße aus Terra tiglllars sind, dieItalianer nennen sie Terra ootta;andere grünlich grauwieder anderegelb, auch gesprengt grau, wie dersogenannte Fedcrjaspis, (JtaliänischJgiada) und welche letztere Sortenich ans vielen Ursachen für Aegyptischgehalten; weil mir aus eben derglei-chen Erde allerhand ägyptische Ge-fäße und Bilder vorgekommen, wel-che sehr alt, und noch vor der Grie-chen ZePen in Aegypten gemachtseynmochten. Ich habe auch einige die-ser Bilder so fest als einen weichenEdelstein oder Quarz gefunden: obmir gleich einige Antiquar«, wiewolaus schlechten Gründen, diese Mey-nung bestreiten wollen. Denn dasich diese Herren wenig um praktischeErfahrungen bekümmern, und lieberdem Plinio glauben, so haben sie an-tike Steine daraus gemacht, und ih-nen, ich weiß selbst nicht was fürNamen beygclegt; da doch alle denAlten bekannte Edelsteine heut zuTage immer noch, jedoch unter ver-änderten Namen, existiren, und dieNatur die Dinge nicht verändert hat.Ob ich mich nun gleich niemals in cri-tischc Streitigkeiten einlassen werde,weil solche zur wahren Kenntniß desSchönen und Nützlichen wenig bey-tragen, so sehe ich aus der großenAnzahl geschnittener Steine, daß dieAlten sehr gerne in Hornstein geschnit-ten: als nämlich in Carneol, Onyx,Achat, Chalccdon, Jaspis undSchma-ragdmurter, als welche erstem fünfArten allerdings unter die Hornsteinegehören, und welche sich mit demRade sehr wohl schleifen lassen. Ob

nun