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3 (1793) [K - Q]
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Aber in' heftigen und schncllströmen-de» Leidenschaften, und wo das Herzeilt, seiner Empfindung schnell Lnftzumachen, da sind >dic Passagen sel-ten natürlich. Und da sie im Grun-

de Verzierungen sind, und etwas An-genehmes haben, so schwachen sie dieHeftigkeit des Ausdruks. Alan be-trachte folgende Stelle aus einerGrannifchcn Arie,

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Nach meiner Empfindung hat dieserAusdrnk des Worts pavenü, derschrckend seyn soll, durch die kleinePassage der beyden letzten Sylben et-was eher Schmeichelndes, alsSchrck-haftcs bekommen; und die Art, wiedas Wort kuror« bcydemale gesun-gen wird, hat eher etwas Beruhi-gendes, als-Drohendes.

Es mögen sich einige einbilden,daß die Ancn ohne Passagen zu ein-förmig und sogar langweilig werdenwürden. Allein dieses ist nicht zubefürchten, wenn nur.der Tonsetzergeschikt genug ist, alle Vortheilc derModulation und der begleitenden In-strumente wol zu nutzen. .Die so ebenangeführte Arie (An lwasscetta ilkuror mio, wo am Schluß des zwey-ten Theiles die so eben angeführteschmerzhafte Passage vorkommt, istsonst durchaus ohne Passagen, undes ist gewiß eine der vollkommen-sten Opcrnarien.

Was die Passagen, die die Sän-ger für sich machen, betrifft, solltejeder Capellmeister sich die Maximedes berühmten chemaligenChurfürstl.Hannoverischen Eapellmeistcrs Ste-phan! zueignen, der durchaus nichtleiden wollte, daß ein Sänger eineNote, die ihm nicht vorgeschriebenwar, hinzufetzte. Ich weiß wol,

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daß diese Leute nicht allemal zuzwingen sind, vornehmlich, da einso großer Theil ihrer Zuhörer denwillkührkichen Passagen so oft Lrsvozuruft.

Zum wenigsten sollte der Capell-»Ulstcc sich solcher Sünden gegen denGeschmak nicht noch dadurch thcilhaf-tig machen, daß er sie selbst begeht.Die Raserei) für die willkührlichenPassagen hat eigentlich das Verder-ben in die Singemusik eingeführct,worüber gegenwärtig mit so vielRechtgeklagt wird. Mancher unberufeneTonsctzer, der nicht Genie und Em-pfindung genug hat, den wahrenAusdrnk der Leidenschaft durch einganzes Slük fortzusetzen, begnügetsich damit, daß er etwa eine Melodiein dem schiklichen Ausdrnk angefan-gen hat: hernach schreibet er eineFolge von Passagen hin, durch dieder Sänger seine Gcschiklichkeit zei-gen kann, und die sich gleich gutzu allen Arten der Empfindungschiken; und dann glaubt er einegute Arie gemacht, zu haben. Möchtedoch jeder Kunstrichter seine Stim-me gegen Ausschweifungen erheben,die der wahren Musik so verderb-lich sind!

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