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chen sie selbst, wo der Tonsetzcr nureine Note gesetzt hat. Dazu wer-den aber schon Sanger und Spielererfodert, die außer dein guten Be-sch,nak die Harmonie besitzen, da-mit ihre Passagen derselben nicht ent-gegen klingen.
Es giebt zweyerley Passagen. Ei-nige sind würklich vom Geschmakund der Empfindung an die Handgegeben, weil sie den Ausdruk unter-stützen ; andere sind blos zur Parade,wodurch Sanger und Spieler ihreKunst zeigen wollen. Diese verdie-nen nicht in Betrachtung genommenzu werden, als in sofern man dasUnschikliche davon vorstellen, unddagegen, als gegen eine den gutenGeschmak beleidigende Sache, Vor-stellung thun will. S>e sind Aus-schweifungen, wozu die welschenSänger auch unsre besten Tonsetzer
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verleitet haben. Besonders sind diesogenannten Bravourpassagcn unge-heure Auswüchse, die wenigstens inSingesachen nicht sollten geduldetwerden, es sey denn etwa zum Spaßin römischen Opern.
Daß es Passagen von der erstenGattung gebe, die zum Ausdruk sehrcharakteristisch sind, wird Niemandleugnen, der gurc Sachen von unfernbesten Tonsetzern gehört hat. Jaman kann behaupten, daß sie dersingenden Leidenschaft natürlich scyn.In zärtlichen Leidenschaften geschiehtes gar oft, daß man sich gerne aufeinem Ton etwas verweilet. Wennalsdenn dieser Ton eine die Leiden-schaft schmeichelnde Verzierung ver-trägt, so entsteht ganz natürlicheine Passage. In folgender Stelle,aus der Arie: Ihr rveichgeschaffneSeelen
-d-b-
Bald weint
aus euch
! lS ^ 'S
Schmerz — aus euch der Schmerz
sind die Passagen ungemein wol er- hen, da der, welcher singt, nicht
funden, um eine schmerzhafte zärt- selbst in dieser Leidenschaft ist. So
liche Leidenschaft auszudrüken; ob steht auch im Anfang einer andern
sie gleich hier, um dieses beyläufig Arie in gedachter Paßionzu erinnern, am unrechten Orte ste-
Singtdem gött -
die, sonst sehr abgenutzte Passage,hier zu lebhaften» Ausdruk der Be-wunderung sehr gut. Nichts istgeschiktcr, den höchsten Schmerz*) In Grauns Passion.
- - li-chenPro - phe-ten!
auszudrüken, als folgende Pas-sage *):
oel
») Grauns Oper Angclica und Medoraus der Aria: Lit «0.