P an
dem Geizigen des Mokiere, die durcheine gute Pantomime dcsHarpagon,da wo er nichts redet, äußerst rö-misch wird. Sie ist aber im Comi-schen viel leichter, als im Tragischen;weil dort das Ucbcrtricbcne, odernicht völlig Natürliche selbst, bis-weilen etwas komisches hat. Diemeisten comischcn Originale habenin ihrem Aeußerlichcn etwas seltsamMimisches, das gegen das gewöhn-liche Betragen der Menschen, alsübertrieben, oder unnatürlich ab-sticht.
Diderot schlägt vor, daß der Dich-ter überall, wo es nörhig ist, denSchauspielern die Pantomime vor-schreibe, und führet sehr scheinbareGründe dafür an. Aber ich befürch-te, daß durch dieses Mittel, sobalddie Vorschrift umständlich ist, denSchauspielern ein neuer Zwang an-gethan würde, und dadurch die Ur-sachen der schlechten Pantomime sichvermehren möchten. Denn die Furchtdie Sache nicht gut zu machen, undder daraus entstehende Zwang hateben den größten Anrhcil an so vielschlechten Vorstellungen; und nur garzu oft wird diePantomime unnatür-lich, weil man sich, um sie natürlichzu machen, genau an eine Vorschrifthat halten wollen. Das beste Mit-tel, die Schauspieler zu unterrichten,scheinet nur dieses zu scyn, daß Ken-ner des Schauspiels die vornehmstenEcenen der bekanntesten Stüke vor-nebmcn, und über die Pantomimederselben ihre Gedanken, mit gutenGründen unterstützt, eröffnen. Je-der Dichter, der ein neues dramati-sches Srük herausgiebt, könnte die-ses in einer Vorrede dazu thun.Aber man müßte nicht umständlichenoch entscheidende oder ausschließendeVorschriften geben. Jede Scenc kannauf mehr als einerlei) Weise panto-mimisch gut ausgeführt werden.
Zuerst also müßten über den wah-ren Charakter dtr.Scene, die waa
P a n 649
besonders vornimmt, allgemeine,richtige Anmerkungen gemacht, unddie Natur der darin sich äußerndenLeidenschaften genau und besondersauch nach ihren äußerlichen Wir-kungen betrachtet werden. Hieraufkönnten besondere Vorschläge, dieins Umständliche fallen, gelhan wer-den. Man müßte zeigen, auf wievielerley Art die Pantomime dieserScene könnte angeordnet werden, de-ren jede mit ihrem Charakter überein-käme, und denn besonders zeigen,wie jede den allgemeinen Foderungengenug thue.
Durch dergleichen einzele kritischeBeleuchtungen besonderer Scenen,würde man allmählig den Weg zu ei-ner einfachen und wahren Theorieder Pantomime bahnen Sammlun-gen solcher cinzelcn Abhandlungen inden Händen der Schauspieler, wür-den diese zum gehörigen Nachdenkenüber ihre Kunst bringen, und ohneihnen Zwang anzuthun. das Beson-dere allemal noch ihrer eigenen Wahlüberlassen.
Pantomimische Tanze, oder Bal-lette, sind solche, die eine würklicheHandlung vorstellen, und kommenden eigentlichen pantomimischen Vor-stellungen der Alten etwas nahe. Esist schon anderswo angemerkt wor-den, daß sie die einzigen .Ballette sind,die auf der Schaubühne erscheinensollten.
Unter den, von der Schauspielkunjiüberhaupt handelnden Werken gehörenhicher: Osrlc lle' Lenni» lls Liov.Lonitacio, Vic. 161s. 4. Ideenzu einer Mimik, von I. I. Engel,Verl. >78,-1786. 8. - Bd. mit Kurf. —S. übrigens die Art. Hallet und Schau,spielkunst.
S6 5 Paro-
S. Art. Ballet.