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3 (1793) [K - Q]
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wenn zwey Personen für -sich mit ein-ander reden, das die andern gegen-wärtigen nicht inleressirt, diese inzwi-schen herumgehen, oder sonst ohneallen Zwang, und ohne alle Rüksichtauf das, was die Redenden angeht,sich der Phantasie desselben Augen,bliks überlassen. Und dieses solltedoch eben nicht schwer seyn. Dieje-nigen, die in einer solchen Scenenichts mehr zu sprechen Huden, dür-ft» sich nur hinsetzen, wo sie wollen,oder herumgehen,"oder einen andernvon der Gesellschaft allein nehmen,um ihm leise etwas zu sagen. Dasehe ich gar keine Schwierigkeit dar-in, sich auf der Bühne eben so na-türlich zu betragen, als wenn manin würküchcr Gesellschaft Ware. Diehingegen, die noch zu sprechen haben,dürfen sich nur angewöhnen, wah-render Zeit, da sie etwas andersthun, und ohne es sich merken zulassen, genau auf die redenden Per-sonen zu hören, damit sie zu rechterZeit einfallen können. Diesesistdochauch nicht sehr schwer.

Mehr Ucberlegung und Kunst er-fodern die alle vorhandene Personenmteressirenden Scenen, wobei) etlichebloße Zuschauer sind, oder doch einebeträchtliche Weile nichts zu sagenhaben. Denn da muß jeder an dem,was er Hort und sieht, Anthcil neh-men, und dieses muß auf eine höchstnatürliche Weise geschehen.

Hier machen die meisten Schau-spieler es sich zu einer Regel, daß siebey scherzhaften Scenen in einer, oderwenn es die Umstände nothwendigmachen, in zwey Gruppen zusam-menstehen, und daß wahrender Scenean diesen Gruppen wenig verändertwerde. Aber diese Regel verleitetsie zu dem ärgsten Zwang. Wie esz. B. sehr natürlich ist, wenn eine ge-liebte Person in Ohnmacht hinsinket,daß alle dadcy gegenwärtige um siezusammenlaufen: so ist es auch ofthöchst unnatürlich, daß sie wahrcn-

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der Ohnmacht um sie herumbleiben.Der Schmerz macht viel zu unruhig,als daß man dabcy lang auf einerStelle bleiben konnte. Viel natür-licher ist es, daß nach dem ersten Zu.sammenlauf, und nachdem die Hülfeveranstaltet worden, einer sich vorVetrübniß auf einen Stuhl hinwirft,um sich seinen Schmerzen zu über-lassen! ein andrer langsam an demOrte der Scene, in Traurigkeit ver. ,tieft, herunürrt! ein dritter abgeson-dert vor sich steht, und mit niederge-senktem Haupte der Traurigkeit stillnachhängt, oder neben der leidendenPerson steht u. d. gl. Hat er etwaszu reden, so kann er es an dem Ortethun, dahin der Schmerz ihn getrie-ben hat. Die einzige Schwierigkeitdabey ist diese, daß die Zuschauer,soviel möglich, jede Hauptperson imGesichte behalte» Aber che mander Scene Zwang anthut, ist es bes.ser, diese Erfoderniß einmal fahrenzu lassen.

Erwekt aber eine interessante Sce-ne lebhafte Leidenschaften, Freude,Zorn, Furcht, Schrckcn, da es »ochweit unnatürlicher ist, daß die Per-sonen eine beträchtliche Zeit in einer-ley Gruppen bleiben: da wird dieKraft der Scene durch Mangel oderdas Unnatürliche der Pantomimevöllig zernichtet. Auf der deutschentragischen Bühne wird nicht seltengerade da, wo das Schreken, oderder Schmerz des Mitlcidcns am Hoch-sien steigen sollte, gelacht; und alle-mal ist eine verkehrte Pantomimedaran schuld.

Der comischcn Bühne kann derMangel der Pantomime alles Lebenbenehmen. Lustige Charaktere äus-sern sich insgestiein am stärkstendurch Gcberden und Bewegung desLeibes, und davon hänget die Wür-kung der meisten Scenen weit mehrab, als von dem, was der Zuschauerhäret. Man erinnere sich der Scenezwischen Frosine und Harpagon, in