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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
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647
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Patt

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Aber wir verweisen den Liebhaber mime gewiß ein wichtiges Stük der

der Baukunst auf die Schrift selbst, Vorstellung. Wir rechnen die Mine,

daraus dieses gezogen ist, und in die Stellung und alle Bewegungen,

welcher noch viel beträchtliche Bcob- nicht nur der sprechenden, sondern

achtungcn über die große jBaukunsi auch aller andern auf der Sceue er-

^st das lateinische, oder vielmehr wahrend der Zeit, da sie,andern zuhe-griechische Wort ?aucnm!mus, wcl- ren, oder selbst nicht sprechen,ches einen Schauspieler bedeutet, Dieser Theil der Kuiist ist so we-der eine ganze Rolle eines Drama nig bearbeitet, und erfodert, wennohne Worte, durch die bloße Sprache er nur cinigcrmaaßcn melodisch bc-

der Gebcrden ausdrükt. Gegen- handelt werden soll, die Betrachtung

wartig nennet man ein dramatisches einer so großen Menge besonderer

Schauspiel, das durchaus ohne Re- Falle, aus deren Entwiklung die

den vorgestellt wird, eine Pantomime; allgemeinen Grundsatze hergeleitet

und dann drlikt man durch dieses werden müssen, daß ich es nicht über

Wort auch überhaupt dasjenige aus, mich nehmen kann, diese Materie

was im Drama zum stummen Spiel formlich abzuhandeln. Ich muß

gehöret. mich hier auf einige allgemeine An-

Von den römischen Pantomimen, Merklingen, und einen Vorschlag,

die, wie es scheinet, in denZeiten des der auf eine wahre Theorie dieses

Augusius aufgekommen sind, und in Thcils abzielt, einschränken,deren Spiel die Romer bis zur Rase- Nach meiner Empfindung wird ge-

rey verliebt gewesen, wollen wir hier gen keinen Theil der Kunst öfter und

nicht sprechen. Wer Lust hat, sich schwerer gefehlet, als gegen diesen,

eine Vorstellung davon zu machen, vornehmlich in Sccncn, wo in Ge-

kann Lucians Abhandlung vom Tan- genwart mehrer Personen eine allein

zen, und des Abbe Vu Sos gcsam- etwas lange spricht, odcrnvozwey

mcltc Nachrichten hierüber lesen ^). das Gespräch eine Zeitlang allein sort-

Diescs Schauspiel kommt gegcnwär- setzen. Insgemein ist so gar keine

tig in keine Betrachtung, ob es gleich Wahrheit, so gar keine Natur in

noch vor kurzen hier und da auf dem Betragen der nicht redenden

einigen Schaubühnen erschienen ist. Personen, daß die Täuschung, darin

Was itzt noch Aufmerksamkeit vcrdie- man etwa gewesen, plötzlich aufhö-

net, ist der Theil des stummen Spie- rct, und einen merklichen Verdruß,

lcs, den man Pantomime nennt. den eine sehr falsche Kunst und ein

Es ist schwer zu sagen, wie viel höchst unnatürliches und erzwunge-

bon der guten Würkung einer dra- ncs Wesen verursachen, zurükläßt.matischen Scenc den Worten des Ein sehr allgemeiner Fehler istes,

Dichters, wie viel dem Ton , und daß die nicht redenden Personen,

wie viel der Stellung und Bewegung wenn das, was die redenden sagen,

der Schauspieler zuzuschreiben sey. sie eigentlich nicht angeht, sich in Pa-

Iedes hat einen sehr wesentlichen rade hinstellen, als ob dem Zuschauer

Antkeil daran, darum ist die Pantö-, viel daran gelegen wäre, sie immer

vorkommen.

scheinenden Personen dazu; hier aberschränken wir uns auf das eigent-liche stumme Spiel, oder auf das-jenige ein, was die in der Sccne ge-genwärtigen Personen zu thun haben.

Pantomime.

(Schauspielkunst.)

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