Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
639
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O ß!

Slldo! die niedrige Seele den Schimmer

von Sora geraubt hat?Suche dein hüglichtcs Heimat, unmäch»

tige Rechte! Dort mögenDeine Grotten dich bergen! Du dringst

uns die traurige Nvth aufWider den düstren Gebieter von Sorazu kämpfen! O Trenmors *)Herrlicher Schatten! wenn kommt das

letzte von Fingals Gefechten?Mitten in Schlachten erblikt ich denTag, und wandle zu meinemGrabe nur blutige Steige! Doch nicma!

bedrüktc den SchwachenDieser mein Arm War jemand gewchr,los, den schonte mein Lifen.Morven, Nerven! die Stürme, die

meine Gewölbe bcdräucn,Schweben vor mir! wenn einstens imTreffen mein Stammen dahin ist,Keiner in Sclma mehr wohnt; denn wer-den die Feigen hier walten **).

Solche Menschlichkeit, und an einemsolchen Helden! Auf eine höchst rüh-rende Weise zeiget er diese hohe Ge°müthsart, da er itzt seinen EnkelOscar, OßiansSohn, der eben dieersten Proben seiner Tapferkeit abge-legt hatte, zum Stand der Heldengleichsam einweihet. Wer kann fol-gendes ohne Bewundrung und Rüh-rung lesen:

Zierde der Jugend! o Sohn von meinem

Sohne!

Den Blitz von deinem Stahl de» sah ich,u.freute mich meinerErzeugtcn. O! folgeFolge dem Ruhme der Väter und ivaäsie gewesen das werde!

^ O beuge bewaffnete Stolze,Jüngling! und schone des schwächerenArms. Begegne den FeindenDeines Volkes wie reißende Strvhmc;

doch stehet um RettungJemand zu dir, dem sc» du wie'Manzenumschmeichelnde Lüftchen.

*) Dieser war Fingals Urältervater.

Ja der Schlacht von Lora..

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Sllso warTrcnmor und Trathal gesinnt,

so denket auch Fingal.

Jeden Gekränkten beschützte mein Arm,

und hinter dem BlitzeMeines Stahles ivar immer denSchwa-chen Erholung bereitet*).

Ich könnte leicht noch hundert rühren-de Züge, die diesen großen Charakterbezeichnen, anführen. Oßian hat sei-nen erhabenen Vater in wenig Wor-ten geschildert:

Du gleichest im Friede»

Frühlingslüftchcii, im Kriegeden Ströh,wen vom Berge ").

Weniger groß, aber doch noch bisnahe ans Erhabene tapfer und edelge-sinnt sind die meisten von OßiansHelden, sowol von seiner, als vonfeindlichenNationenCeltischen Stam-mes. Und bey dieser allgemeinenUebereinstimmmig treffen wir docheine höchst angenehme Mannichfal-tigkeit sehr wol gegen einander abste-chender Charaktere. So wenig Grundhat es, daß vollkommene Charakteresich nicht für die Epopöe schikens),daß wir bey Oßian wenig andereantreffen; und doch wird man vonSchönheit zu Schönheit, von einerlebhaften Empfindung zur andernimmer fortgerissen. Bey Lesung sei-ner Gedichte finden wir uns in einParadies versetzt, so wie wir in derIlias uns in bestandigem Getümmelder hitzigsten und kühnesren Männerbefinden.

Bescheidenheit bey der höchstenRuhmbegierde, und Sanftmuth beyder größten Tapferkeit, Billigkeitund Mäßigung im Glük, erstaun-liche Gleichgültigkeit gegen den Tod,und das höchste Verlangen mit Ehrenin den Liedern der Barden zu erschei-nen, treffen wir bey den meisten cel-tischen Helden an. Die letzte der er-

wähn-

-») Fingal in. Buch.

**) Tcmvra iv. Buch.

's) S. EyWktcr HLH. S.45? l,