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Geschlechts allemal eine Hauptsachesind, machen ihren Zeilvertreib aus.Aber bey dieser noch so nahe an dieKindheit des menschlichen Geschlechtsgrenzenden Einrichtung, finden wirdiese Caledonier höchst empfindsamfür Ruhm und Ehre: wir treffen beyihnen ein so feines Gefühl vonMensch-lichkeit, einen fo feinen sittlichen Ge-fell mal und in Ansehung der Haupt-leidcnschaft aller Volker, der Liebezum schönen Geschlecht, eine Sitt-samkeit, eine Zärtlichkeit und einenicht gekünstelte, sondern natürlicheGalanrerie an, daß sie in allen diesenZügen, die die verschiedenen Natio-nalcharaktcre bezeichnen, mit den ge-sittetsten Völkern um den Vorzugstreiten können.
Dieses allein muß lins den Dich-ter schon höchstmerkwürdig machen:aber wenn wir ihn erst kennen gelernthaben, so finden wir uns mit Be-wunderung und Hochachtung für seinGenie und für seinen Charakter, undmit Liebe für sein edles Herz ganzdurchdrungen. Es wäre ganz über-fiüßig, wenn ich hier eine methodischeUntersuchung über sein Genie undüber den Werth seiner Gedichte vor-nehmen wollte, da Herr Dlair die-ses in einer fürtrcfflichen Schrift,die der Pater Denis seiner deutschenUebcrselznng der Oßianischen Gedich-te beygefüget, bereits besser, als ichzu rhun im Stande wäre, ausge-führt hat. Ich begnüge mich alsofür die, denen der Barde noch nichtbekannt seyn möchte, oder die ihnetwa nicht mit der größten Aufmerk-samkeit gelesen haben, das, was ichüber Herrn Dlairs Bemerkungen beyihm wahrgenommen habe, kurz an-zuzeigen. Und weil dieser einsichts-volle' Mann gczciget hat, worin derCeltische Barde mit Homer überein-kommt, Eesarorci aber in einer ita-lienischen Ueberselzung vielerley poe-tische Schönheiten ausgezeichnet hat,in denen seinem Unheil nach derCel-
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te den Griechen übertrifft: so werdeich vorzüglich das anzeigen, worinbeyde voncinanderabgchen, und wo-durch jeder seinen eigenen Charakterbehauptet.
Man würde sich überhaupt sehrbetrügen, wenn man von unsermBarden schlechte erzählende Lieder,ohne Poesie, Enthusiasmus und sitt-liche Schilderungen erwartete, wieetwa die historischen Lieder und Ro-manen , die aus den Mittlern Zeitenher noch hier und da vorhanden sind.Oßians Heldenlieder sind wahre Poe-sie, »i der reifesten Gestalt. In sei-nen zwei) großen Epopöen, Fmzalund Trmora, ist Plan und überlegteAnordnung; in der Ausführung ho-he Begeisterung, höchst mahlerischeSchilderungen des Sichtbaren, sehrnachdrüklichc und bestimmte Zeich-nung der Charaktere, kühner und dasHerz treffender Ausdrnk der Empfin-dungen, der bey ernsthaften Gele-genheiten höchst pathetisch, bey zärt-lichen in einem hohe» Grad rührend,und bey lieblichen sehr reizend ist.In diesen Stüken, die der wahrenPoesie zu allen Zeiten und unter al-len Völkern wesentlich sind, kann un-ser Barde es mit jedem Dichter neuerund alter Zeit aufnehmen.
Bey ihm zeiget sich natürlicherWeise, wie bey jedem andern, derbesondere persönliche Charakter, mitdem allgemeinen seiner Zeit vermischt.Deswegen würde unser Barde, wenner gerade den persönlichen CharakterHomers, oder Virgils gehabt hätte,sich dennoch in einer ganz andern Ge-stalt zeigen. Und wir finden unsdurch diese besondere Gestalt desDichters sehr angenehm überrascht,da wir etwas ganz anderes sehen, alsdas, dessen wir gewohnt sind. Imepischen Gedicht sind wir der Art, wieHomer es behandelt, und worin ihmVirgil und die Neucrn, jeder nachseinem besondern Genie, gefolgct sind,so sehr gewohnt, daß wir uns bey Le-M r 5 sung