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dnrch blos mundliche Ucbcrliefernng,sich sollten erhalten haben. Und dochist bcydes, durch die unläugbarstcnBeweise, außer allen Zweifel gesetzt.Wer nicht schon ans dem inncrnCharakter dieser Gedichte sich über-zeugen kann, daß sie authentisch sind,wird keinen Zweifel mehr dagegenbehalten, nachdem er die Nachrichtengelesen, die der Edimburgische Pro-fessor Blair seiner Abhandlung überdie Oßianischen Gedichte als einenAnhang beygefügt hat *).
Wir haben also an Oßian einenwahren Barden, nicht einen nachah-menden Dichter; er dichtete, undsang, weil es sein Amt mit sich brach-te - zn diesem Amt gber hatte ernicht blos einen äußerlichen, sonderneinen noch weit ehrwürdigem, inner-lichen Berns von der Natur selbst,die ihm das erfinderische, blumenrei-che Genie und das empfindsame Herzgegeben hatte, wodurch er auch ohneäußerlichen Beruf ein Dichter würdegewesen s.'yn. Er nahm die Harfenicht zum Zeitvertreib in die Hand,auch nicht aus Ruhmbegierde, sicheinen Namen zn machen. Zu seinerZeit waren Musik und Poesie nichtKünste, die ein Muße verschassenderReichthnm zu seinem Zeitvertreib her-bei) ruft; sie waren öffentliche, aufdas innigste mit der Politik und denNationalsittcn vereinigte Anordnun-gen, deren unmittelbarer Zwek dieAusbreitung der Tugend, und Er-Haltung der Frenheit war; Künste,die ein wesentlicher Theil der Ma-schine waren, wodurch der Natio-nalcharakter verbessert, oder wenig-stens in seiner Kraft erhalten, undder Staat in seiner Starke befestigetwerden sollte.
Deswegen ist er von allen Dich-tern, >dic wir kennen, der einzige sei-
») Ich wünschte für manchen deutschenLeser, daß der Pater Denis in seinerUeberscyung der Mae?hcrsonischcnSammlung diesen Anhang nicht über-gangen hätte.
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ner Art. Denn er hat als epischerDichter vor andern den Vorzug, daßer bey den meisten der großen Tharen,die er besingt, nicht nur ein Augen-zeuge, sondern auch eine Haupt-person gewesen. Die Helden, derenCharakter er schildert, waren groß,tentheilö ihm von Person bekannt;die vornehmsten durch langen Uni-gang und durch Bande der Verwandt-schast, oder der Freundschaft; an.dcre durch die Handluugcn, in dieer selbst mit verwikelt war, oder ansErzählungen von Augenzeugen. Crwar ein Sohn Lingal-,, eines Königsverschiedener Stamme der Caledoni-schcn Nation, ein Barde, und zu.gleich ein Heerführer: sein Vater aberwar der berühmteste Held seiner Zeit;ein besserer Achilles, dem kein Feind zuwiderstehen vermochte, und der selbstüber römische Heere gesieget hatte.Aus seinen Gedichten sehen wir, daßzu seiner Zeit die alten CaledonischenCelten auf dem höchsten Punkte derTapferkeit gestanden, und in ihrenSitten es zu einem hohen Grad desEdclmuths gebracht hatten.
Sie waren nichts weniger als Bar-baren , obgleich ihre Verfassung undLebensart durchgehends noch dieJünglingsjahre des gesellschaftlichenLebens verräth. Die Nation war inverschiedene kleine Stamme gcthcilt,deren jeder sein unumschränktes Ober-haupthatte; derKriegabcr vereinig-te die Stämme mit ihren Häupternunter den Bcfehlstab des Känigs.Jedes Oberhaltpc hatte seine Burg;aber von Städten finden wir »ochkeine Spur, so wenig als vonLandbau, Handlung, oder von Kün-sten, Gesetzen, Einrichtungen, undinnerlichen Unternehmungen, die Ru-he und Frieden in großem bürgerli-chen Gesellschaften zu veranlassenpflegen. Die Jagd ist die einzige Be-schäfftigung im Frieden: »nd freund-schaftliche Gasigebote, wobey die Ge-sänge der Barden und des schonen