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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
631
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holt werden. Diese hat einen be-stimmten, jenes einen unbestimmtenWerth, und Niemand will, wenn esschon auf beträchtliche Summen an-kommt, gern betrogen scyn.

In Bildergallerien, die dazu die-nen sollen, die Monumente zur Ge-schichte der Kunst aufzubewahren, istes höchst wichtig, nichts als Origi-nale zu haben. Die Geschichte derKunst selbst ist ein wichtiger Theilder Geschichte des menschlichen Ge-nies, und da muß man nicht durchfalsche Nachrichten betrogen werden.Die Frage, wie weit die Griechenund Römer es in diesem oder je-nem Theil der schönen, oder mecha-nischen Künste, und auch der Wis-senschaften gebracht haben, kann nurdurch Originalwcrke des Alterthumsbeantwortet werden. Mau streitetj. B. ob sie die Wissenschaft der Per-fpcktiv besessen, ob sie Vergrößc-rungsgläser gehabt, was 'für In-strumcnte sie gehabt haben, u. d. gl.Dergleichen Fragen aus Copeyen,oder andern neuern, aber vorgeb-lich alten Werken beantwortet, ver-breiten Unwahrheiten in einem wich-tigen Theil der menschlichen Kennt-nisse.

Zum Studircn für den Künstler,wenigstens in Absicht auf die Be-handlung , und auch auf die Zeich-nung. sind die Originale großer Mei-ster unendlich wichtiger, als die be-sten Copeyen; denn die höchste Wahr-heit und der größte Nachdruk inZeichnung und Farbe hangt oft vonkaum bemerkbaren Kleinigkeiten ab,davon wenigstens ein Theil in der Co-pcy vermißt wird.

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Wie die Originalwcrke in dcr Mahlerevvon den Copien zu unterscheiden sind,darüber hat Richardson im -ten B. seinesl'rzire cie >2 kt-inrurc, S. 95 U. f.

1708. 8. etwas gesagt.

O ß i a n.

Ein alter brittischer Barde, dessenGesänge in der alten gallischen, oderceltifchen Sprache viele Jahrhunder-te durch in Schottland, wo er in derzweyten Hälfte des dritten, und An-fangs des vierten Jahrhunderts ge-lebt hat, durch mündliches Ueberlic-fern sich so weit erhalten haben, daßder Schottländer Mac-Pherson imStande gewesen, eine beträchtlicheSammlung davon zusammen zu tra-gen, die zusammengnhörigen in Orb.nung zu bringen, und in einer engli-schen Ucbcrsctzung herauszugeben.Ob es gleich eine durch das Zcugnißmanches alten Schriftstellers sehr be-kannte Sache gewesen, daß bey denalten Galliern >ie Barden eine beson-dere und ansehnliche Classe der Na-tion ausgemacht, deren öffentlicherBerufes gewesen, die Heldenthateuihrer und vergangener Zeiten in Lie-dern zu besingen: so fiel Niemandenein, zu vermuthen, daß solche Liedersich könnten bis aufunsere Zeit erhal-ten haben. Man hielt sie durchgc-hends für verloren, und war auchvermuthlich in der Meynung. daßdie Geschichte mehr, als die Poesie undder Geschmak überhaupt, dadurchverloren haben möchten.

Aber die Sammlung des HerrntNac.Phersons zeigte, wie sehr bcydeVermuthungcn der Wahrheit entge-gen sind. Sie legte der Welt Ge-dichte von mancherlei) Art, von sogroßer Schönheit, in solcher Mengeund von solchem Altcrthmn vor Au-gen, daß gar viele diese außerordent-liche Erscheinung für einen Kunstgriffdes Betruges hielten. Es schien ebenso unglaublich, daß unter einem Vol-ke, das man für wild und barbarischgehalten hatte, ein Dichter sollte ge-lebt haben, der den größten grie-chischen Dichtern den Rang könntestreitig machen, als daß seine Ge-dichte durch so viel Jahrhunderte,R r 4 durch