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wenn der gehabte Schreken ihm sol-che Empfindungen verursachet hatte;weil er uns zeigen wollte, daß er einguter Odendichtcr scy.
Auf die Originalwcrke der crsternArt, können die Betrachtungen undAnmerkungen des nächst vorherge-henden Artikels angewendet werden.Darum brauchen wir uns hier nichtin umständliche Betrachtung dersel-ben einzulassen. Wir wollen nurnoch anmerken, daß ein Werk vonnichr als einer Seite original seyntonne. Der ganze Stoff kann ent-lehnt und die Behandlung desselbenkann original seyn. So ist in re-denden Künsten ein Werk bisweilenblos im Ausdruk original, und derStoff selbst hat eben nichts besonde-res. Indessen, wie gering auchder Thcil der Kunst, darin dasWerk original ist, siyn mag: so istein solches Werk iinmer schätzbar,weil es wenigstens etwas von derKunst erweitert.
Wir müssen noch besonders vonden Originalen der zweyten Art inden Werken der zeichnenden Kün-ste sprechen. Die Gewinnsucht hat«ine Menge Copeyen unter Originalegesiellet.
Es ist also für Kenner und Liebha-ber eine wichtige Frage, ob es alle-mal möglich ist, oder ob man es wc-»ugstens durch, fleißige Beobachtungund Erfahrung dahin bringen kann,mit Gewißheit zu entscheiden, ob einWerk ein Original ist, oder nicht?
Die Erfahrung hat diese Fragenoch nicht entscheidend beantwortet,da man gewisse Zeugnisse hat, daßwürklich Kenner vom ersten Rang sindbetrogen worden. Es ist vielleichtkeine beträchtliche Sammlung vonEcmähldcn, oder geschnittenen Stei-nen, wo nicht Copeyeir für Originalegehalten werden. Man ist sogar übereinige Werke der ersten Art ungewiß,welche von zwey Gallerien, derenBesitzer sich schmeicheln, das Ori-
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ginal zu haben, es würklich besitzet.Safari versichert, daß Julius Ro- !manus eine Copie nach Raphael fürdas Original gehalten habe, obgleich !er selbst an den Gewändern des wah-ren Originals gearbeitet hatte.
Die Regeln, die Originale zu ken« >nen, lassen sich nicht wol angeben.Denn, was man von der Freyheit derBearbeitung, die das Original zeiget,und von dem Furchtsamen und Ge.suchten in der Copie sagt, ist wedersicher noch hinlänglich genug. Eskommt hier auf ein sehr feines Ge-fühl an , dessen Gründe und Regelnsich nicht beschreiben lassen. Miteinem feinen Auge undKenntniß derAusübung der Kunst viele Werke derberühmten Meister gesehen, und sehroft nach allen Thrilen der Bearbei-tung untersucht zu haben, gicbt aller-dings eine Fertigkeit, die Originale,wo nicht allemal, doch meistcurhcilszu kennen. Meister der Kunst, diejede Kleinigkeit der Behandlung auseigener Erfahrung kennen, sind hier-in die besten Richter. Aber großeHerren khun wol, um nicht betrogenzu werden, daß sie bey Werken vonWichtigkeit allemal ein Mißtrauen indie Stükc setzen, über deren eigent-liche Herkunft sie nicht recht authen-tische Zeugnisse haben.
Aber ist denn so sehr viel daran ge-legen, ein Original zu besitzen? Undkann nicht eine Copie, wenn sie soist, daß auch ein gutes Auge dabei)betrogen wird, eben die Dienste thnn,als das Original? Nachdem maneine Absicht bey Anschaffung des Gc-mähldes hat. Es kann Copeyen ge-ben, die mehr Werth sind, als halbverdorbene Originale *). Aber dajedes Original ein cinzcles Werk ist,das nicht vermehrt werden kann,so ist auch sein Preis nicht nach derSchätzung einer Copey zu bestimmen,die sooft als man will, kann wieder-holt
*) S. Copey.