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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
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Studium der Kunst gebraucht wer-den: wenn aber die Frage darüberist, was mau mir einem Werke zurallgemeinen Absicht der Künste bewür-kcn könne, so kann eine Nachahmungunendlich mehr wcrth seyn, als einOriginal. Eben dieses muß manauch bei) der Schätzung der Original-geister bedenken, wo der, welcheram meisten original ist, nicht allemaljedem andern vorgezogen werdenkann. La Fontaine ist in Erzählungder Fabel höchst original; Acsopusist cS vornehmlich in der Anwendung,das ist, im wichtigsten Thcile dersel-den. Es wäre gar wol möglich, daßein Fabeldichter, der ein bloßer Nach-ahmer desPhrygiers wäre, an Werthden französischen Fabulistcn weitüberträfe. In Romanen sind Ri-chardson und Fielbing Originale; dereine in einer, der andre in einer an-dern Art: jener arbeitet immer aufdas Herz, dieser auf den Verstandund auf die Laune. Vielleicht istFielding mchrOriginal in seiner Art,alsRichardson in der seinigen; aberdie Art des letzteren ist wichtiger ').Eben so große Originale sind Mon-tesquieu und Rousseau in dem, wassie über die Verfassungen der bürger-lichen Gesellschafren geschrieben ha-ben ; jeder hat ein neues Feld, oderneue Aussichten eröffnet: für denStaatsmann, den das Wohl oderWehe der Menschen wenig rühret, istjener wichtig: der moralische Philo-soph wird diesem weit den Vorzuggeben.

Selten ist ein Künstler in allen zurKunst gehörigen Talenten so original,wie Klopsiok in jedem dichterischenTalent es ist. Einer ist blos durch

») Hier ist von der Art, den Romanzur Bildung des Herzens anzuwcnocn,überhaupt die Rede; denn was sichsonst gegen das Besondere der Ri-ehacdsonischen Behandlung einwendenUßt, lst allerdings erheblich. OerVerfasser des Agalhons hat wichtigeErinnerungen dagegen vorgebracht.

die Phantasie, oder blos durch Launeoriginal; ein andrer ist es durch sei-ne Art, sittliche Gegenstände zu em-pfinden, und ein dritter durch denVerstand, die Wichtigkeit, oder dieweite Ausdahnung des Gesichts-punkts , aus dem er die Sachen be-trachtet ; und denn kann das Origina-le mchrercrTalcnte vielfältig gemischtscyn. Swift und Dutclec sind bcydesehr original durch Phantasie undLaune, die bcy jedem ihre eigenenMischungen mit andern Gemülhs«gaben hatten. Die wichtigsten Orssginale sind ohne Zweifel die, derenErfindungen nicht blos den Künst-lern in einzeln Theilen der Kunst vor-thcilhaft sind, sondern demGeschmakeines ganzen Volkes eine neue undvortheilhafte Wendung geben; dieneue Quellen eines sich über ein gan-zes Volk verbreitenden Vergnügenseröffnen; die den allgemeinen Er-mülhskraften einen neuen vortheil«haften Schwung geben. In frevel-haften Dingen ') original zu seyn,und einem ganzen Volke dadurch sei-nen Geschmak mitzutheilen, bringtSchimmer, aber keinen dauerhaftenGlanz des Ruhmes. Volcairc istvon mehr als einer Seite wahrhaftigoriginal: aber dadurch, daß er denGeschmak eingeführt hat, ans ernst-haften Dingen ein witziges Possen-spiel zu machen, wird sein Ruhmnicht sehr vermehrt; obgleich auchbarin nicht alles zu verwerfen ist.So hat der Originalgcist, der inFrankreich die Parooien eingeführthat, dem Geschmak und dem sittli-chen Gefühl eben keine vortheilhafteWendung gegeben.

Unter den vorzüglichsten Origina-len der neuern Zeilen behauptet dernicht langst verstorbene EnglanoerSterne einen ansehnlichen Rang.In einigen Stükcn ist er so sehr ori-ginal , daß er keine Nachahmer fin-Rr z den

") krivoliiti,