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In vielstimmigen Sachen verdoppeltman bey dein Orgclpunkt die Tone,die bey dem eigentlichen Basse, derda stehen müßte, wenn der liegendeBaßron weggenommen würde, zuverdoppeln waren.
Insgemein bringt man in Fugenbey dem Hauptschluß einen Orgcl-punkt so an, daß die verschiedenenSatze und Gegensatze, die in der Fu-ge vorgekommen, aufeincm liegendenBasse, so weit es angehet, verei-niget werden- Doch wird er auchbey andern Kirchensachcn, die nichtals Fugen behandelt werden, an-gebracht.
Originalgeist.
(Schone Künste.)
Aiesen Namen verdienen die Men-schen, die in ihrem Denken und Han-deln so viel Eigenes haben, daß siesich von andern merklich auszeichnen;deren Charakter eine besondere Artausmacht, in der sie die einzigen sind.Hier betrachten wir den Originalgcisi,in sofern er sich in den Werken derKunst zeiget, denen er ein eigenes, sichvon der Art aller andern Künstlerstark auszeichnendes Gepräge giebt.
Dritter Theil. - —
Der Originalgeist wird dem Nachah-mer entgegen gestellt, wie wir schonanderswo erinnert haben "). Es istin verschiedenen Stellen diesesWerks **) angcinerket worden, daßder wahre Ursprung aller schonenKünste in der Natur des menschlichenGemüthes anzutreffen ist; daß Men-schen von mehr als gewöhnlicher Leb-" hastigkeit der Phantasie und der Em-pfindung, die zugleich ein schärferesGefühl des Schönen haben, als an-dere , aus eigenem Trieb und nichtdurch fremdes Beyspiel gereizt, ge-wissen Werken, oder Aeußerungcndes Genies und der Empfindung,durch überlegte Bearbeitung eineForm und einen Charakter geben,wodurch sie zu Werken der schonenKunst werden. Diese sind in denschönen Künsten Erfinder, auch denn,wenn sie in ihrer Gattung nicht dieersten sind, sondern bereits Vorgan-ger gehabt haben: sie sind Origmali-geistcr, in sofern sie nicht aus Nach,ahmung, sondern aus Trieb des eige-nen Genies Werke der schönenKunstverfertiget haben. Gemeiniglich wer-den dergleichen Genies in ihren Erfin-dungen und auch in ihrem Geschmakgenug Eigenes haben, daß sie auchdarin original sind- Wenn dieseKöpfe keine Vorgänger gehabt hat-ten, so würden sie die ersten Urheberihrer Kunst gewesen sepn, weil dieNarur ihnen alles dazu nöthige ge-geben hat- Sie sind, wie Aounzsagt, zufällige Vriginale.
Man erkennet dergleichen Original-geister daran, daß sie einen nnwi«derstehlichenTrieh zu ihrer Kunst ha-ben ; daß sie alle Hindernisse, die sichihnen gegen die Ausübung derselbenin den Weg lege», überwinden ; daßihnen Erfindung und Ausübung leichtwird; daß die zu einem Werk nöthi-ge
») S- Nachahmung.
S- Künste; Dichtkunst; Gesang»Mustk u. a.
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