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möchte, hier nicht groß genug, dasie aus einem blos besondcrn Umstanddes hohen Gegenstandes erwachst.Wenn der Tod Jesu als die Versöh-nung des ganzen menschlichen Ge-schlechts angesehen wird: so crwcktbesonders der erste Blik auf dieseunendlich große Handlung noth-wendig auch ganz hohe Empfindun-gen. Noch weit weniger ist die soschöne Arie:
Ihr weichgcschaffne Seelen,
Ihr könnt nicht lange fehlen: li. s. f.hier am rechten Orte, wo alles feyer-lich seyn soll.
Ich zeige diese Mangel deswegenin dem besten Oratorium, das ichkenne, an, damit es desto deutlicherin die Augen falle, wie nothwcndigdie gegebenen Erinnerungen sind, daauch unsre besten Dichter dagegenfehlen.
Die Musik muß hier in ihrer-vol-len Pracht, aber ohne allen Prunk,ohne alle gesuchte Zierlichkeit erschei-nen. Hier ist es nicht darum zuthun, schön und angenehm, sonderndurchdringend und erhaben zu scpn.Da wir aber von dem Geschmak derKirchenmusik in einem besondcrn Ar-tikel gesprochen haben: so wollen wirhier das, was schon dort gesagt wor-den, nicht wiederholen, sondern nurin eben der guten Absicht, in der vor-her das Ramlerische Oratorium ineinigen Stükcn getadelt worden, aucheinige schwere Fehler, die in der aufeben dasselbe von dem großen Graunselbst verfertigten Musik begangenworden, anzeigen. Die meisten Arienunterscheiden sich nicht genug vonOpcrnarien; fast eben die Wcichlich-keit und der übertriebene, beynahewollüstige Putz der Melodien, und aneinigen Orten so gar Spiclereycn, diedie Empfindung tödten; Passagen,die sich zu jeder Leidenschaft gleichgm schiken, weit sie gar nichts sa-gen; z. B, in der Arie: So stehet«in ^>crg Gottes zc. eine Passage auf
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das Wort stehet, und ein lang»Lauf auf das Wort strahlen. Indem so feycrlichen Solo: rveinetnicht, es hat überwunden der Lö-we vom Gramm Juda, sind wört-liche, bis zum Ekel wiederholte Tän-deleien über die Worte überwun-den , der Löwe und vom GrammInda. Ich verehre den Mann, dermein Freund war, in seiner Asche sosehr, als jemand; aber über solcheschwere Versehen; bey so höchst seyer.licher Gelegenheit, kann ich, zurWarnung andrer, nicht schweigen.Wenn das warme Interesse für dasWahre und Gute mir diesen Zadelzweyer gegen mich freundschaftlichgesinnter Männer abgedrungeu: so istes auch nicht Freundschaft-, sondernwürkliche Empfindung der Sache,wenn ich de yd eil über die Arie: Singtdem göttlichen Propheten, meinenlauten Bcyfall gebe: viel andrer für-trcfflicher Stellen dieser Heyden Wer-ke nicht zu gedenken.
Von den Oratorien überhaupthandeln : Ärcanzeio Gpagna (Vor s.Oesruri, ft. 1706. 12. findet sich ei»Oilcorlb ftogmocicc, darüber.) — Cl.Lr. Menestrier, im zstcnKap. s. ite-preienrsc. cn -Vlüli^ue, vnc. er Mos,?2r. l68l. 12. — Oer Verf. der b)-'ric ö^ute revivcä in bur«s>e, im StellKap. S.58. — Ch. Äurncp, im-teilKap. des 4ten Bdö. f. Leneeoi kjift. ofkdlutüe. — I. v. Locn (Oer sieÄbschn. im 4tcn Th. s Kl. Schriften, Frst.l?;e. 8. handelt von den Passiviismusikea,oder Oratorien.) — lieber die Beschaf-fenheit der musikalischen Orotveien, ncbliVorschlagen zur veränderten Einrichtungdesselben, in dem Mufikal. Älm. für dasI. 178Z. keipz. 8. S- >ös. -
Im Grunde sind die Oratorien sehralt;und, ivenn nian will, eine Art von Fort-setzung der heiligen Moficrien, welche,zum Theil auch in den Kirchen gespielt,und, wenn gleich nicht gfinzlich gesemM
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