Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
604
Einzelbild herunterladen
 

604 Ope

langen werde. Das RosenfesZ vonHerrn Hetman, der AcrnSrekram,und einige andere Stücke von unsermWeiße, sind gute Versuche in dieserArt. Sie nimmt ihren Stoff ausdem Leben des Landvolkes, kann sichaber auch wol einen Grad hoher zuden Sitten und Handlungen derMenschen vom Mittelstand erheben.Wir würden rathen, diesem Dramader Musik einen Ton zu geben, dersich eben so weit von der Hoheit desCothurns, als von der Niedrigkeitder comischen Maske entfernt. DerDialog der Handlung wäre prosaisch,folglich ohne Musik, wie es bereitseingeführt ist; und an schiklichcnStellen würde der Dichter Lieder vonallerlei) Art, auch bisweilen Arienanbringen. Die Lieder würden thcilsaus dem Inhalt selbst hergenom-men, theils als episodische Gesängeerscheinen. DieArien konnten durchdie Handlung selbst veranlasset, vonjeder Art des lyrischen Inhalts seyn,nur müßten sie sich nie bis zum ho-hen Ton der großen Oper erheben.

Der Tonsetzcr müßte dabcy auchden gar zu gemeinen und gaffenlie-dermäßigen Ton verlassen; edel undfein, nnr nicht prachtig, feyerlich,oder erhaben zu seyn, sich befleißen.Seine Arien wären weder so aus-führlich und ausgearbeitet, noch vonso mannichfaltiger Modulation, nochso reich an begleitenden Stimmen,als die großen Opernarien.

Auf diese Weise würde würklicheine neue sehr angenehme Art einesmehr sittlichen, als leidenschaftlichenSchauspiels entstehen, wobey Poesieund Musik vereiniget wären. Außerdem unmittelbaren Nutzen, den esmit andern dramatischen Schauspie-len gemein hätte, würde dieses nochden besonder» Nutzen haben, daß da-durch eine Menge in Poesie und Mu-sik guter Lieder und angenehmer klei-ner Arien, die man, ohne eben einVirtuos von Profession zu seyn, gut

Op e

singen kännte, von der Schaubühnein Gesellschaften und in einsame Ca.bincttcr verbreitet würden. Mansieht in derThat, daß gegenwartig,seitdem Herr Hillcr in Leipzig soviel sehr leichte und dem gemeinenOhr gefällige Lieder und Anetten inWeißens Operetten angebracht hat,in Gesellschaften und auf Spazier-gängen sehr viel mehr gesungen wird,als ehedem geschehen ist.

-A- -H-

Die komische Oper, oder Operette hat,bcy den verschiedenen Völkern, eine per.schiedcne Gestalt. Die italienische 0/>craunterscheidet sich von der komischenOper, oder Operette, anderer Völker da<durch, daß sie ganz, wie die ernste Oper,wenigstens setzt, gesungen wird, und so-wohl Recitative als Arien hat. Sie,im Grunde, fast so alt, als die ernsteOper. Schon im I. >597 erschien derHniiy!iri,zill> von Orazio Vecchi (S.Ar,teagas Gesch. der Jtal. Oper, Bd. 1.S. 261 u. f.) Sic wurden, indessen, an.fflnglich mehr als Zwischenspiele i» dengroßen Opern, als wie für sich allein,gespielt. Sine der beßten frühen, ist dieverirä rsmingz, die aber nicht, wie inder ersten Auflage dieses Werkes, nnd ana. O. gesagt wurde, schon im I. ,48;sondern erst Lucca 1654 erschien, und de.rcn Jnnhalt sich be» Arteaga, a. a. O.S. zzo findet. Geschrieben sind deren inMenge worden; aber wer vermag sie,so angenehm sie sich zum Theil hören las-sen, zu lesen? Selbst Metastasio hat de-ren verfertigt. Die bessern sind noch vonApostolp Zeno ( Orommi Zincoti) vonPiet. Pariati, von Goldoni (vpeeegio-cols cli-amariciiL Ui vollsten» i?egc;o. . . Ven. 175z. 12. q.Bd.) von Jan.Ant. Fcderico und dem Abt Casti (Iseo-tlitt-u Ks Ii Lortlcs, Levcra sti 'irita-nie» u. a. m.) Die Musik zu diesen,und mehrcrn dergleichen Opern, ist ge-setzt von Giovb. Pergolcsi (Verf. der be-rühmt gewordene» Lervs psärone.)Bali. Galuppi Nie. Pittini

Pasc.