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gekommen ist, aber seit kurzem sichder deutschen comischen Schaubühneso bemächtiget hac, daß sie die ei-gentliche Comodie davon zu verdrän-gen droht. Anfänglich war sie einbloßes Possenspicl zum Lachen, wo-zu die Deutschem von dem italiani-schen Interniere», und der Operabuss-.. den Einfall geborgt haben.Dabcy waren Dichter und Tonsetzerallein bemüht recht poßirlich zu seyn.Man muß gestehen, daß die Musik,ob es gleich scheinet, daß sie ihrerNatur nach nur zum fröhlichen oderhcrzrührenden Ausdruk diene, über-aus geschikt ist. das Poßirliche zuverstärken, und den, Lächerlichen eineScharfe zu geben, welche weder dieRede noch die Gebehrdcn, noch derTanz, zu erreichen vermögen. Manwird in keiner Comödie, bcy keinemBallet ein so lautes und allgemeinesLachen gehört haben, als das ist,das man im Intermezzo und in derOperette gar oft hört.
Da das Lachen auch seinen gutenNutzen hat, und in manchen Fallensowo! der Gesundheit als dem Ge-müthe sehr zuträglich ist: so würdeman nicht wo! thun, wenn man derMusik die Beförderung desselben ver-bieten wollte. Es gicbt Tonkünsi-ler, die sehr gegen die comischcMu-sik eingenommen sind, und glauben,baß eine so erhabene Kunst dadurchauf eine unanständige Weise erniedri-get werde. Aber sie bedenken nicht,daß eine dem Menschen, nach denAbsichten der Natur würklich nützli-che Sache, nicht niedrig seyn könne;sie haben nicht beobachtet, daß dieNatur selbst bisweilen unter Veran-staltungen, die zu erhabenen Ab-sichten dienen, Freude und Lachenmischt.
Man muß demnach der comischenMusik ihren Werth lassen, und nurdarauf bedacht seyn, daß sie nichtgar zu herrschend werde, und daß dergntc Geschmak sie beständig begleite.
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Ich stimme gern mit ein, wennman den Tonsetzer, der seine Zuhörerdadurch zum Lachen zu bringen sucht,daß er mir seinen Instrumenten einEselsgeschrey nachahmt, aus derZunft stoßen will; aber dem würdeich das Wort reden, der durch einenwitzigen und launigen Contrast desErnst- und Scherzhaften, durch würk-lich naive Schilderung lächerlichdurch einander laufender Gcmüths-bewegungen, mich lustig macht.
Seit kurzem'hat man versucht, dieOperette, die anfanglich blos comischwar, etwas zu veredeln, und darausentsteht itzt allmählig ein ganz neuesmusika. 'ches Drama, welches vongutem Werth seyn wird, wenn esvon gcschikten Dichtern und Tonse-tzcrn einmal seine völlige Form wirdbekommen haben. Es ist der MüheWerth, daß wir uns etwas umständ-licher hierüber einlassen.
Wie die große Oper wichtige undsehr ernsthafte Gegenstände bearbei-tet, wobey starke Leidenschaften insSpiel kommen, so kann die Musik,die jeden Ton mit gleicher Leichtigkeitannimmt, auch dienen, sanftere Em-pfindungen, Fröhlichkeit und bloßesErgötzen zu schildern. -Um diesesmit einer schiklichen Handlung zu ver-binden, wähle man den Stoff, wiedie Comödie, aus angenehmen oderergötzenden Vorfällen des gemeinenLebens. Es ist ja schon von den äl-testen Zeiten her ein HauptgcschassledcrMusik gewesen, auch zufröhlichengesellschaftlichen Unterhaltungen, essey durch Tanz oder blos durch Lie-der, das Ihrige beyzntragen. Wirhaben bereits einige Proben von fran-zösischen und deutschen Operetten vongemäßigtem sittlichen Inhalt, diezwischen der hohen tragischen Operund dem niedrigen Intermezzo gleich-sam in der Mitte stehen, und unsHoffnung machen, daß diese Gat-tung allmahlig mehr ausgebildet, undendlich zu ihrer Vollkommenheit ge-langen