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sind. Ich stelle mir vor, daß beyeiner wichtigen Feyerlichkcit, z. B-bey der Thronbesteigung eines Mo-narchen, eine in allen Theilen wolangeordnete und gut ausgeführteO ''r gespielt würde, die darauf ab-zielte, den neuen Fürsten empfindenzu lassen, was für ein Glanz denRegenten umgiebt» und was füreine Glükseligkeir der genießt, der einwahrer Vater feines Volks ist; unddann empfinde ich, daß der Cindruk,den sie auf ihn machen würde, fodurchdringend seyn müßte, daß keinTag feines künftigen Lebens kommenkonnte, da er sich derselben nicht er-innerte. Daß die Empfindungen,die das Gemüth ganz durchdringen,wenn man sie ein emzigcsmal gefühlthat, unauslöschlich sind, und beygeringen Veranlassungen sich wiedererneuern, muß jeder nachdenkendeMensch, wenn er dergleichen jcmalempfunden hat, aus seiner eigenenErfahrung wissen. Aber ich kannwich nicht enthalten, ein besondersmerkwürdiges Beyspiel hievon, dasPlutarchus im Leben Alexanders er-zahlt, anzuführen. Man hatte denAnripater bey dem König wegen vie-ler begangener Ungerechtigkeiten ver-klagt. Kassander, des BeklagtenSohn, wollte ihn vcrthcidigen: aberAlexander, der gegen diesen bey ei-ner andern Gelegenheit schon einenUnwillen geschöpft hatte, sagte ihm,vcrmuthlich mit einer sehr nach-drüklichen Mine: „Ihr sollt esgewiß empfinden, wenn es sichzeigen wird, daß ihr den Leutenunrecht gethan habt." Dieses präg-te dem Kassander eine so lebhafteFurcht ein, daß er lange hernach,da er schon König in Macedonienund Herr über Griechenland war,bey Erbliknng einer Statue desAlexanders, die in Delphi stund,plötzlich erschrak und so zitterte,daß er sich kaum wieder erholenkonnte.
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So verächtlich also die Over inihrer gewöhnlichen Verunstaltung ist,und so wenig sie den großen Auf-wand, den sie verursachet, verdienet,so wichtig und ehrwürdig könnte sieseyn, wenn sie auf den Hauptzwckaller schönen Künste geleitet, undvon wahren Virtuosen bearbeitetwürde.
Sie ist eine nicht alte Erfindungdes italienischen Witzes, und wirdauch außer Italien gemeiniglich inder Sprache der Welschen, und vonSängern dieser Nation aufgeführt.Zwar hatte die griechische Tragödiedas mit der Oper gemein, daß derDialog derselben nach gewissen Ton-arten der Musik, wie das Recirativder Oper declamirt wurde, und daßdie lyrischen Stellen, nämlich dieChöre, förmlich gesungen wurden.Aber es ist nicht wahrscheinlich, daßdie neuern Erfinder der Oper die Ver-anlassung dazu von der alten Tragö-die genommen haben. Die Art, wiesie durch allmählige Veränderungenentstanden ist, die man mit einemziemlich unförmlichen, mit Musik undTanz untermischten Schauspiel, dasgroßen Herren zu Ehren bey feyer-lichen Gelegenheiten gegeben wurde,vorgenommen hat, ist bekannt. DerGraf Algarorti hält dieDaphne, dieEuridice und die Ariane, die GccavioRinueini im Anfange des letzt ver-flosscnenJahrhunderts aufdic Schau,bühne gebracht hat, für die erstenwahren Opern, darin dramatischeHandlung, künstliche Vorstellungenverschiedener Scenen durch Maschi-nen, Gesang und Tanz, zur Einheitder Vorstellung verbunden worden.Denn in den vorher erwähnten Lust-barkeiten war noch keine solche. Ver-bindung der verschiedenen Theile,die dabey vorkamen. Eine Zeitlangwar die Oper blos eine Ergötzlichkeitder Höfe, bey besoudcrn Feyerlich-keiten, als Vermählungen, Thron-besteigungen und freundschaftlichen