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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
582
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gar das Stürmen der Elementenachahmt. Doch hierüber ist bereitsin einem andern Artikel gesprochenworden H.

Wir wollen über hiese, aus Be-gierde nach Neuerungen entstandeneMißbrauche noch eine sehr vernünf-tige Anmerkung cincS Mannes vonfe nein Gcschmak anführen.Manmuß gestehen, daß ohne diese Nei-gung die Musik zu der Vollkommen-heit, in der wir sie bewundern, nichtwürde gekommen sei)»! aber es istdarum nicht weniger wahr, daß sieeben dadurch in einen Verfall gcra-thcn ist, über den Manner von Ge-schmakseufzen. So lange dieKünffenoch in der Kindheit sind, dienet ih-nen die Neigung zum Neuen zur Nah-rung, befördert ihren Wachsthum,bringet sie zur Reife und zur volligenVollkommenheit. Sind sie aber da-hin gekommen, so gereicht eben daS,was ihnen das Leben gegeben hat,zu hrcm Untergang. ?*).

Endlich ist zu wünschen , daß dieTonsetzcr sich nicht so gar knechtischan cine ^orm der Arien banden, fon-dern mchrMannichfaltigkeit einführ-ten- Warum doch immer ein Ritor-nell, wo keines nothig ist? Warumimmer ein zweyter oft zu sehr abste-chender Theil, wo die Empfindungdieselbe bleibt? und warum bcyjederArie ein Zwischenspiel der Instrumen-te, eine so große Ausdahnung, und«ndlich eine Wiederholung des erstenThcilcs? Alle diese Sachen könnensehr gut senn, wenn sie nur zu rech-ter Zeit gebraucht werden; aber oftist es noch besser eine Veränderungdarin zutreffen- So hat Graun ei-nigemal«: sehr glücklich das Ritorncll

S. Läufe.

^Izsrott>sgAAiokc>przI'(?per!i. Umüber alles, was ich von der Oper zusagen hätte, kürzer zu >'c»n, verweiseich überhaupt die, denen diese Mate-rie interessant ist, auf dieses kleineWerk, das mit eben so viel Geschmakals Einsicht geschrieben ist.

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weggelassen, wodurch gewiß die ganzeStelle würde geschwächt worden seyn.Die fürtrcffliche Scene in der OperaCinna, wo die recht ins Herz schnei-dende Arie, O! dluw.i Lonli^lio!vorkommt, würde durch ein Ritor-ncll vor der Arie ihre beste Kraft un-fehlbar verlieren.

Das Anoso, welches bisweilenvon so fürtrefflicher Wicklung ist,und ein Necitativ in abgemessener Be-wegung, sind bcynahe ganz ans denOver» verschwunden; so daß zwi-schen dcm Recitativ, und der so müh-sam abgearbeiteten Arie, gar keineZwischengatkungm des Gesanges vor-kommen, als etwa die Recitativemit Accompagnement. Es ist kamnzu begreifen, wie Man auf diese ma-gere Einschränkung des Operngesan-ges gefallen ist.

Die Einrichtung der Schaubühne,und das, was zum Acußerlichen desAuftritts dcrPcrsoncn gehört, ist beyjedem Schauspiel, vornehmlich aberbey der Oper, von Wichtigkeit. Wieüberhaupt bey allen Gegenständender Empfindung die Einbildung dasMeiste thut: so kann eine mittelmäs-sige Oper durch geschickt Veranstal-tung des Acußerlicheu der Vorstel-lung gut, und eine> treffliche durchVernachlässigung derselben, schlechtwerden. Das Allgemeine, was hier-über zu sagen wäre, ist bereits aneiner andern Stelle dieses Werks ge-sagt worden *). Aus demselbenkann man abnehmen, wie sehr dieäußerlichen Veranstaltungen bey derOper wichtig sind. Eine fcycrlicheStille; eine Scene, die finster undtraurig, oder prachtig und herrlichist: der Auftritt der Personen, derenStellung, Anzug und alles, waszum Aeußerlicheu gehöret, mit je-nem Charakter der Scene überein-kommt dieses zusammengenom-men,

») Im Artikel Leidenschaft. Ili Th.

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