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und Haste, um blos der unsrigenzu Harmonie passend geschehe. Dieses
erwähnen, die gewiß keinem Wel- brachte sie vcrmuthlich auf den Gc«
scheu Tonsctzer weichen dürfen, jeden danken, die auszierendcn Töne und
Ton der Empfindung zu treffen, und Manieren dem Sänger vorzuschrci»
jede Leidenschaft zu schildern gewußt den; und dadurch vermehrte sich die
haben, Wir dürfen also, da doch Anzahl der auf einen Takt gehenden
das Genie nicht von Unterricht ab- Tone. Nun fiengcn die Sänger aufs
hängt, nur die Tonsctzer von Genie neue an, willkührliche Auszlerungs-
vcrmahnen, ihre Kunst auf die Art, tone hmzuzuthun; und auch darin
wie diese Männer aethan haben , zu gaben d>c Tonsctzer nach, und schrie-
studiren; hiernächst aber sie vor'emi- bcn ihnen noch mehr vor, bis die itzt
gen Fehltritten warnen, die selbst gewöhnliche und noch immer mehr
diese große Männer, durch die Mode zunehmende Verbrämung daraus cnt-
tzerstirct, gethan haben. stund, wodurch die Syiben und ganze
Daß überhaupt der Gesang in den Worte unverstandlich, der Gesang
Opern übertrieben ur>> bis zur Aus- selbst aber in eine Instrunicntalstim-
schwcifung gekünstelt, y, kann, dünkt me verwandelt worden,
mich, auch von dem wärmestcn Lieb- Es ist sehr zu wünschen, daß die-
habcr des künstlichen Gesanges nicht ser Mißbrauch wieder eingestellt, und
geläugner werden. Das Angenehme der Gesang auf mehr Einfalt ge«
und Süße herrscht darin so sehr, daß bracht, seine vorzügliche Kraft aber
die Kraft des Ausdruks gar zu oft in wahrem Ausdruk der Empfindung
dadurch verdunkelt wird. Hier ist und nicht in Zierlichkeit und künstli«
noch nicht die Rede von den langen chen Tongruppen gesucht werde. In
Läufen, fondern von den übertriebe- Stüken von blos lieblichem Inhalt,
ncn Auszicruugen cinzeler Tone, wo- wo die Empfindung würklich etwas
durch gar oft anstatt eines oder wollüstiges Hut, können solche Ver-
zweyer Tone vier, sechs, auch wol brämungen statt haben; aber in
gar acht auf eine einzige Sylbe kom- ernsthaften, pathetischen Sachen sind
wen. Dieses ist offenbar ein Miß- sie größtenthcils umgereimt, so lieb»
brauch, der durch die unbesonnene lieh sie auch das Gehör kützeln.
Begierde der Sanger, überall künst- Hansel war darin noch mäßig; aber
lick und schon zu thun, Verändert»:, unser sonst so fürtrcffliche Graun hat
gen anzubringen, und eine rare Beug- sich von dem Strom des Vorurthcils
samkeit der Kehle zu zeigen, in die zu sehr hinreißen lassen.
Arien eingeführt worden ist. Nach- Ein eben so großer Mißbrauch sinddem man gemerkt, daß der Vortrag die so sehr häufigen Laufe, oder soge-des Gesanges Nachdruk und Leben nannten Rouladen, die in jeder Ariebekomme, wenn die Tone nicht steif an mehrern Stellen und oft auf st-und durchaus monotonisch angege- dem schiklichenVocal vorkommen; soben, sondern bald sanft geschleift, daß Unwissende leicht auf die Gedan-bald etwas gezogen und schwebend, ken gcrathen, daß sie die Hauptsachebald mit einem sanften Vorschlag in der Arie ausmachen. Man'siehtoder Nachschlag angegeben würden: in der That in den Opern oft , daßso trieben die Sänger ohne Geschinak die Zuhörer nicht eher aufmerksamdie Sache allmählig bis zum Miß- werden , bis der Sänger an diebrauch, lind verwandelten bald je- Läufe kömmt, wo er.bald das Gar-den Ton in mehrere. Die Tonsetzer gcln der Taube, bald das Gezwit-mögcn bemerkt haben, daß dieses scher der Lerche, bald das Ziehennicht allemal gcschikt, noch mit der und Schlagen der Nachtigall, bald
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