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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
579
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Ope

hen, wie auch daraus wahrer Opcrn-stoff zu schöpfen Ware. Wir wollennur eines einzigen erwähnen. Indem Gedichre Temora sieht Fingal,von einigen Barden umgeben, derSchlacht von einem Hügel zu. Nach-dem die Sachen sich wenden, schiketer von da Bochen an die Haupterdes Heeres, oder empfangt Both-schaften von ihnen. Weil insgemeinvor der Schlacht die Barden Gesäugeanstimmten, so kann sich jeder leichtvorstellen, wie natürlich die Hand-lung hier mit Gesang anfieng IhrFortgang, ihre mannichfaltigcn Ab-wechslungen und Verwiklungen wür-den von Personen, die so wesentlichdabcy intcressirt sind, und so man-cherlei) abwechselnde Leidenschaftendabey fühlen, in dem wahren lyri-schen Ton, bald in Recitativen, baldin Arien, Liedern, oder Chören ge-schildert werden. Mach Endigungder Schlacht folgen Triumphlicder,und, wie wir sie bey Oßian im an-gezogenen Gedichte würklich finden,sehr niLUnichfaltig abwechselnde,wahrhaftig lyrische Erzählungen vonbesvndernVorfällen; episodische Ge-schichten in dein höchsten lyrischenTon. Man müßte dem Genie einesDichters sehr wenig zutrauen, wennman zweifeln wollte, daß er aus die-sem Zhcil der erwähnten Epopöe, ei-ne recht schöne Oper machen könnte.

Ich führe diese zwe» Bcyspielenicht darum an, als ob ich den krie-gerischen Stoff für den besten undbequemsten zu dieser Absicht hielte;sondern vielmehr um zu zeigen, wieso gar dieser, so einförmig er ist,und so vorzüglich er für die Epopöegemacht scheinet, sich opernmäßig be-handeln ließe. Denn jede andere,große, oder blos angenehme Bege-benheit, wobey viel zu empfinden ist,kann hiezu dienen. Es kommt blosdarauf an, daß der Dichter die Sa-chen in einer Lage zu fassen wisse,wo er eine hinlängliche Anzahl und

Mannichfaltigkeit von Personen ein-zuführen wisse, die natürlicher Wei-se bey dem, was geschieht, oder ge-schehen soll, in mancherlei) Empfin-dung gerathen, und Zeit haben siezu äußern.

Eine solche Oper wäre allerdingseine völlig neue Art des Drama, wo-von nian sich, wenn man KlopstoksBardiet mit Ueberlegung betrachtet,leicht eine richtige Vorstellung machenkann. Außer würklichen Begeben-heiten, kann jedes merkwürdige Fest,jede große Feyerlichkeit, dergleichenStoff an die Hand geben.

Da wir den Dichter von allenBanden und Fesseln, die der Ton-setzer, Sänger und dcrVerzierer oderDecoraccur, ihm bis dahin, angelegthaben, freysprechen, und ihm daSeinzige Gesetz auflegen, bey Einheitdes Stoffes durchaus lyrisch zu blei-ben, so wird er von selbst Mittel ae.nng ausdenken, der Einförmigkeitder Arien auszuweichen. Wenn ersschiklich findet, wird er ein Lied, eineOde, zwischen die gewöhnlichenArien, Chöre, Duette und Terzecrenatürlich anzubringen wissen. Ichwill um derer willen, die sich nichtleicht in neue Vorschlage zn findenwissen, noch ein Beyspiel einernach dieser Art behandelten Ode an-führen.

Der Fürst Demetrius Ramemirerzählt in seiner Oßmannischen Ge-schichte, daß der Großmlcan Mu-rao >V. bey Eroberung der StadtDagdao den grausamen Befehl gege-ben, alle Gefangene niederzuhauen;daß währendem fthrcklichen Blutbad ,ein gewisser Persischer Mustkverstan«diger die Oßmannischen Befehlsha-ber gebeten, seinen Tod etwas aufzu-schieben, und ihm zu verstatten, nurein Wort mit dem Kaiser zn reden.Da er hierauf vor den Kaiser ge-bracht worden, und dieser ilnn end-lich befoblen, von seiner Gcfchiklich-keir in der M»sik eine Probe zn na-

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